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Ausgebrannt studiert es sich schlecht

IInkontinenz, Hämorrhoiden, erektile Dysfunktion, es gibt Wörter, die überliest man gern. Weil sie grauslich klingen (einige besonders für Männer) und weil man als Student Besseres zu tun hat als sich mit Alterswehwehchen zu beschäftigen. Burn-out passt auch in dieses Schema. Dabei ist ausgebrannt sein zu einer Volkskrankheit geworden, die immer öfter schon im Studentenalter zuschlägt. Wir sagen dir, was ein Burn-out ist, woran du es erkennst und was du dagegen tun kannst. Das solltest du besser nicht überlesen.

3
Minuten Lesedauer

Vom Dauerstress zum Burn-out

Wie sich die Zeiten ändern. Bei den alten Griechen galt Arbeit als verpönt. Der freie Bürger in Hellas ging es eher gemütlich an –  philosophierte und politisierte lieber. Während der nächsten 4.000 Jahre lief dann einiges schief. Willkommen im 21. Jahrhundert, wo das Geld der anderen von alleine arbeitet, du dich aber selten fragst: „Wo war meine Leistung?“ Wenn aber Stress zum Statussymbol wird, steigt die Gefahr einer Überlastung. Allein in Wien haben 2016 mehr als 4.500 Studenten bei der psychologischen Beratungsstelle angeklopft – ein neuer Rekord. Auch die aktuelle Studierenden-Sozialerhebung des IHS zeigt: Österreichs Nachwuchsakademiker werden immer öfter von Stress und psychischen Beschwerden geplagt. Gut die Hälfte der knapp 50.000 Befragten leidet unter Konzentrationsschwierigkeiten, fehlender Motivation, Versagensängsten oder gar stressbedingten gesundheitlichen Beschwerden.

Burn-Out ist …

… ein länger andauernder Zustand physischer, geistiger und emotionaler Erschöpfung.

Du bist Burn-Out-gefährdet, wenn du …

…dich ständig erschöpft fühlst – körperlich und emotional, deine sozialen Kontakte einschränkst, beginnst an deinen Fähigkeiten zu zweifeln.

Infos und Unterstützung findest du bei der …

… psychologischen Studierendenberatung mit sechs Standorten in Österreich.

In Maßen genossen kann sich Stress dabei durchaus positiv auswirken. Wenn du mal wieder spätnachts fieberhaft die nächste Zwischenpräsentation deiner Semesterarbeit finalisierst, setzt der Adrenalinkick zusätzliche Kräfte frei. Allein: Die Dosis macht das Gift.

Oft sind gerade jene Studenten Burn-out gefährdet, die besonders hohe Ansprüche an sich stellen. Dazu kommt, dass seit der Bologna-Umstellung 2010 der Leistungsdruck an heimischen Unis noch mal gestiegen ist. Je höher der Notendurchschnitt beim Bachelor, desto besser sind die Karten für das Masterstudium danach. In den Ferien wird der Lebenslauf mit unbezahlten Praktika aufgemöbelt, unter dem Semester der nicht weniger stressige Nebenjob geschupft, dazu keine Studentenparty ausgelassen und die Mitarbeit im Verein untergebracht. Schon sind die Zutaten für den Burn-out-Cocktail angerichtet.

Wenn das Feierabendbier nicht mehr schmeckt

Du fühlst dich häufig körperlich und emotional erschöpft, kannst aber nicht runterkommen, weil du innerlich dauerangespannt bist? Du schlägst deinen Freunden öfter das Feierabendbier aus und beginnst an deinen Fähigkeiten zu zweifeln? Diese Symptome solltest du nicht ignorieren. Ein Burn-out entwickelt sich aber meist erst dann, wenn der Stress chronisch wird und du nichts dagegen unternimmst. Dass Letzteres oft der Knackpunkt ist, weiß Dr. Franz Oberlehner, Leiter der psychologischen Beratungsstelle für Studierende in Wien nur zu gut: „Die Betroffenen wollen sich oft nicht eingestehen, dass sie ein ernsthaftes Problem haben. Dabei wäre es wichtig sich selbst zu erlauben auch mal schwach sein zu dürfen und nicht allen Anforderungen gerecht werden zu müssen, die von außen an einen herangetragen werden.“ 

Dass es an Universitäten mehr Burn-out Betroffene gibt, als an Fachhochschulen wundert Oberlehner nicht. Die Unterrichtsstruktur an Fachhochschulen gebe mehr Halt, dazu falle es in einem Quasi-Klassenverband eher auf, wenn ein Mitstudent herauszufallen droht. An Universitäten dagegen gebe es oft zu wenig Vorgaben und die soziale Integration in den Studienbetrieb sei weniger ausgeprägt.

DER SOFA-FILMTIPP:

Was ist mit Bob?

So besiegst du die Windmühlen

Gesunde Ernährung und viel Bewegung helfen immer, aber das wusstest du sicher schon. Wir erinnern dich trotzdem daran. Was noch? Mittelfristig realistische Ziele setzen, langfristig Gewohnheiten und Verhaltensmuster ändern. Du willst etwas Handfesteres? Zieh eine Grenze zwischen Studium und Freizeit. Erklär deine Bude zur lernfreien Zone, geh dazu lieber ins Kaffeehaus oder auf die Uni. Lies aus Spaß ein Buch, eins mit Seiten aus Papier. Verleg dein Handy-Ladegerät und geh einen Tag pro Woche morgens mit 10 Prozent Restakku aus dem Haus. Wenn du die erste Stunde überstehst und abends nach Hause kommst, wirst du merken: es ist weit weniger Weltbewegendes passiert als du dachtest. Mach Babyschritte wie Bill Murray. Wenn du nicht weißt, was Babyschritte sind, oder wer Bill Murray ist, schau in die Infobox. Zähl mit wie oft du Sätze mit „Ich muss“ beginnst. Zieh aus dem Ergebnis deiner quantitativen Erhebung die richtigen Schlussfolgerungen und lass diesen, Konsequenzen folgen.

Verleg dein Handy-Ladegerät und geh einen Tag pro Woche morgens mit 10 Prozent Restakku aus dem Haus. Wenn du die erste Stunde überstehst und abends nach Hause kommst, wirst du merken: es ist weit weniger Weltbewegendes passiert als du dachtest. Mach Babyschritte wie Bill Murray. Wenn du nicht weißt, was Babyschritte sind, oder wer Bill Murray ist, schau in die Infobox. Zähl mit wie oft du Sätze mit „Ich muss“ beginnst. Zieh aus dem Ergebnis deiner quantitativen Erhebung die richtigen Schlussfolgerungen und lass diesen, Konsequenzen folgen.

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