TOP

Bildung für Bihar

Armut, schlechte medizinische Versorgung und mangelnde Aufklärung sind in Indien vor allem für die in Bihar lebenden Dalits, Mitglieder der untersten Schicht des Kastensystems, ein großes Problem. Besonders Frauen werden durch die drastischen Unterschiede in Sachen Bildungszugang und Autonomie schwer benachteiligt. Birgit Phillips und die NGO SONNE-International wollen durch Bildungsmaßnahmen einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Frauen und Mädchen in Bihar leisten.

Der „Auftrag“ hatte es in sich: Die Studentinnen und Studenten der Lehrveranstaltung „Global Issues in Healthcare“ sollten ein Gesundheitsförderungsprojekt für die Dalits konzipieren. Kein einfaches Unterfangen. Das Projekt sollte in den Bereich „Women’s & Adolescent’s Health“ fallen und das Ziel verfolgen, lokal prävalenten Gesundheitsproblemen entgegenzuwirken. Der zentrale theoretische Aspekt der Projektarbeit bestand darin, Gesundheit in ihrer globalen Dimension zu erkennen und zu verstehen.

Bildung ist entscheidend

In den letzten 50 Jahren ist durch Gesundheitsarbeit in Entwicklungsländern die Kindersterblichkeit von unter 5-Jährigen von 148 auf 48 Verstorbene pro 1000 Kindern gesunken. Leider dominieren Mädchen und junge Frauen diese Statistik immer noch. Die Benachteiligungen sind immanent. Für den Großteil der Mädchen endet die schulische Bildung mit dem Einsetzen der Menstruation. Dabei ist erwiesen: Jedes weitere Bildungsjahr verschiebt die Schwangerschaft der Frauen weiter nach hinten. Das wiederum hat positive Auswirkungen auf die Säuglingssterblichkeit sowie die Gesundheit und zukünftige Einkommensaussichten der Mutter. Aufgrund der starken Wechselwirkung zwischen Armut, Bildung und Gesundheit können Investitionen in die universelle Grund- und Sekundarschulbildung eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Armut zu bekämpfen und gesundheitsförderliches Verhalten zu begünstigen. Durch Bildungsmaßnahmen für Frauen im gebärfähigen Alter konnte die Kindersterblichkeit in Indien zwischen 1970 und 2009 um 50 Prozent gesenkt werden.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ziel des Projekts ist es, den benachteiligten Mädchen und Frauen Zugang zu medizinischer Versorgung, Hygiene und Aufklärung zu ermöglichen. In diesem Jahr wurden und werden die Strukturen für selbstbestimmte Weiterführung aufgebaut – die „National Sustainable Development Goals“ der Vereinten Nationen sollen dafür als Richtschnur dienen. „Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist die Ausbildung von Gesundheitsbotschafterinnen, deren Aufgabe es ist, Dorfbewohnern Zugang zu Informationen über Hygiene, Ernährung und Familienplanung zu geben. Durch diese und weitere Maßnahmen sollen die Menschen in Bihar die notwendige Gesundheitskompetenz entwickeln und dazu befähigt werden, sich langfristig selbst zu helfen“, berichtet die Lehrveranstaltungsleiterin Dr. Birgit Phillips.

Projektinformationen

Projektmitglieder

Angelika Hoffellner
Teresa Schreiber
Laurien Sebastian
Theresa Stadlmann
Melanie Wejwar

Studiengang

Bachelorstudiengang Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung

Lehrveranstaltung

Global Issues in Healthcare

LV- und ggf. Projekt-Leitung

LV-Leiterin: Dr. Birgit Phillips

Projekt-Leitung: Angelika Hoffellner, Teresa Schreiber, Laurien Sebastian, Theresa Stadlmann, Melanie Wejwar

Semester und Zeitspanne des Projekts

5. Semester 18.09. – 17.02.

Externe Partner

SONNE-International

1:30
Minuten Lesedauer

Abstimmung

This poll is no longer accepting votes

Welches Bachelor-Projekt soll den Pannonia Project Award gewinnen?

This poll is no longer accepting votes

Teile deine Meinung mit uns