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Am besten, ihr bleibt am SOFA!

Nach der Anweisung des Bundeskanzlers, auf Sozialkontakte zu verzichten, stellt sich für viele die Frage: Was macht man, wenn man nichts machen soll?

In den letzten Tagen ging es Schlag auf Schlag: Erst forderten die Experten nur richtiges Schnäuzen und Händewaschen, am 15. März wurde schließlich ein Versammlungsverbot ausgerufen. Spiel- und Sportplätze werden geschlossen. Kindergärten, Schulen, Fachhochschulen und Universitäten haben großteils geschlossen und nur noch die wichtigsten Geschäfte dürfen aufsperren – Restaurants und Unterhaltungslokale gehören nicht dazu. Selbst ältere Menschen sagen: „Das hat es bei uns in der Form und in Friedenszeiten noch nie gegeben.“

Wer sich nicht an die Beschränkungen im öffentlichen Raum hält, hat mit empfindlichen Verwaltungsstrafen zu rechnen. Werden Personen von der Exekutive allein angetroffen, gibt es laut Auskunft aus dem Kanzleramt keine Maßnahmen. Werden Gruppen angetroffen, dann werden diese
darauf hingewiesen, „dass sie sich auflösen sollen“, hieß es vom Kanzleramt. Wer sich weigert, muss bis zu 3.600 Euro hinblättern. Nicht nur für Studentinnen und Studenten ein schmerzhaftes Bußgeld.

Wer nicht gerade in Quarantäne ist, darf sich zwar weiterhin im öffentlichen Raum aufhalten, sollte das aber auf ein absolutes Minimum reduzieren. Nur noch für wichtige Arbeiten, die nicht aufzuschieben sind, dringende Besorgungen wie Lebensmittel und Medikamente, oder um anderen Menschen zu helfen sollen die eigenen vier Wände verlassen werden. Jetzt liegt es an uns, das Corona-Virus in seine
Schranken zu weisen. Auch, wenn die meisten von uns nicht zur gefährdeten Zielgruppe zählen (das tut man erst ab 65) – Solidarität und Vernunft sollten uns zusammenhelfen lassen. Die erste und wichtigste Regel dafür ist: Bleibt zu Hause, verdammt noch mal! Und verbreitet im Web bitte keine der zahlreichen Fake-News, von denen schwirren schon genug herum. 

Die SOFA-Tipps für die Ausgangssperre

Studentinnen und Studenten sind zumeist sehr gesellige Zeitgenossen. Sie schließen sich zu Rudeln zusammen und machen die Bierlokale in ihrer Umgebung unsicher. Sie treffen sich gern auf öffentlichen Plätzchen, reden, lernen und schmusen was das Zeug hält. Jetzt müssen auch sie sich für eine gewisse Zeit ändern. Eines dürfen wir nie vergessen: WIR SCHAFFEN DAS! 

Das neue Team vom SOFA-Magazin hat für euch einige „Quarantäne“-Tipps gesammelt.

Was man machen kann …
… für sich:

  • Mal wieder ein Buch lesen, dass man schon lange lesen möchte (Ulysses, Der Mann ohne Eigenschaften, Lustige Taschenbücher). Wer keines daheim hat und im Besitz eines E-Readers ist, lädt sich einfach eines herunter.
  • Frühjahrsputz machen (auch, wenn es der vom letzten Jahr ist).
  • Wer mit anderen zusammenwohnt (Familie, WG, Partner), kann lang verstaubte Brettspiele auspacken (Mühle, Halma, Risiko).
  • Sport in den eigenen vier Wänden: Sit-Ups und Liegestütze sind echte Klassiker, es gibt aber auch wunderbare Fitness-Videos im Web.
  • Apropos Videos: Jetzt könnt ihr endlich „binge-watchen“ bis zum Umfallen.
  • Für die Uni vorarbeiten, Arbeiten schreiben, strebern, Fachliteratur lesen (haha!).
  • Menschen anrufen, mit denen man schon länger nicht gesprochen hat – sie werden sich (vielleicht) freuen.
  • Dinge beginnen, die man schon länger machen wollte: Stricken üben, basteln, ein Buch schreiben oder Klingonisch lernen.
  • Bewusste Zeit mit denen verbringen, mit denen man zusammenwohnt (schon mal ganz bewusst gestritten, versöhnt und wieder gemeinsam gelacht?).
  • Wer Haustiere hat, muss sich natürlich darum kümmern. Entwarnung: Hunde, Katzen und Vögel sind nach derzeitigem Stand keine Überträger (Goldfische sowieso nicht).
  • Wer einen Job hat, Arbeitsmittel zu Hause hat und ohne Symptome ist, von dem kann der Chef Home-Office verlangen (wenn er/sie besonders lästig ist).
  • Achtung: Wer ein Auto auf einem öffentlichen Parkplatz stehen hat, muss regelmäßig jemanden vorbeischicken (wenn in Quarantäne), oder selbst vorbeischauen (wenn nicht in Quarantäne).
  • Wenn man nicht offiziell in Quarantäne ist, spricht nichts gegen einen Spaziergang in der Natur – nur von anderen Menschen bitte den notwendigen Sicherheitsabstand einhalten (und nicht anniesen, anspucken oder laut hustend vorbeigehen).
  • Mal wieder einen Mittagsschlaf machen oder überhaupt im Bett bleiben.
  • Yoga machen, z.B. den Sonnengruß üben, die Hände darf man sich eh nicht mehr geben.
  • Neue Kochrezepte ausprobieren, vorzugsweise mit Rotwein, und sich dabei besaufen, aber Achtung: Alkohol tötet das Virus nicht ab, nur die eigenen Gehirnzellen.

… für andere:

  • Bei den älteren Nachbarn oder bei Oma und Opa anrufen und fragen, ob man helfen kann (z.B. einkaufen und die Einkäufe vor die Türe stellen und sich nicht näher als 1,50 Meter kommen).
  • Bei dieser Gelegenheit am Telefon gleich ein bisschen plaudern.
  • Wenn man jemanden kennt, der in Quarantäne ist, kann man Hilfe anbieten (einkaufen, Hund übernehmen, …) oder anderen einfach Mut zusprechen.
  • In den sozialen Netzwerken den Vernünftigen spielen oder andere Leute zum Lachen bringen.

… wenn man offiziell in Quarantäne ist:

  • 1- bis 2-mal täglich Temperatur messen und die Ergebnisse in einer Art Tagebuch festhalten.
  • Körpertemperaturen über 38°C schnell melden (beim Hausarzt).
  • Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente sollten nur auf Anordnung des Arztes eingenommen werden.
  • Hausbesuche der Behörden können unangekündigt erfolgen.
  • Zuwiderhandeln kann mit Freiheits- bzw. Geldstrafe geahndet werden.
  • Wer trotzdem rausgeht, muss davon ausgehen, dass er andere ansteckt – das läuft dann unter Körperverletzung!
  • Einen Hundesitter finden – in Quarantäne darf man auch nicht Gassi gehen!
  • Sich das Essen vom Lieferservice einfach vor die Türe stellen lassen (und wenn möglich vorher online bezahlen)
  • Den eigenen Müll nicht in die Gemeinschaftstonne werfen, das ist potenzieller Infektionsmüll!
  • Wird man nach ca. 2 Wochen positiv getestet, holt eine Spezialfirma den Müll ab.
  • Trotzdem in den eigenen vier Wänden Spaß haben – Man kann auch in Quarantäne alles machen, was oben steht und in den eigenen vier Wänden stattfindet.

 

Seid solidarisch, bleibt zu Hause!

#StayTheFuckHome

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