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Blog Moskau 2019

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e are so excited! Bald ist es soweit: von 25. – 29. April 2019 machen wir – die Studiengänge HRM und IBW 2019 der FH Burgenland – die Moskauer Innenstadt unsicher! Gemeinsam mit unserem geschätzten Russischdozenten Alexander Burka und unserer Department Leiterin Silvia Ettl-Huber werden wir 4 Tage die russische Hauptstadt, die russische Kultur und Sprache näher kennenlernen. Ebenfalls begleitet werden wir von Herrn Jevegenij Nikolaevič Stepanov, dem Gründer des Start-ups „Гуляем по Москве“ (Moscowwalking), dessen Mitglieder professionelle Guiding Touren und Exkursionen anbieten. Was ursprünglich mit nur einer Tour begonnen hat, hat sich zu einem erfolgreichen und internationalen Großprojekt entwickelt – über 20 Guides und 200 verschiedene Routen, an Wochenenden werden durchschnittlich täglich 10-20 Touren pro Tag geführt!. Diese werden mittlerweile in vielen verschiedenen Sprachen angeboten – neben Russisch auf Deutsch, Englisch oder Französisch. Sei es die von Jevgenij Stepanov begleitete Stadterkundungstour „Гуляем по Москве“ – Moskau unterirdisch und oberirdisch, ein Treffen mit der Moscow Higher School of Economics oder der Besuch der Österreichischen Botschaft in Russland – das Programm ist spannend und wir freuen uns schon sehr darauf! Ob wir unsere Pelmeni und Kwaß in einwandfreiem Russisch bestellen können? Bald machen wir die Probe aufs Exempel 🙂

Am 2. März war Jevgenij Stepanov zu Gast in den Russisch-Kursen des HRM-Studienganges – pünktlich zum Auftrag des altrussischen Festes zum Frühlingsstart „Maslenica“ – traditionell mit Bliny und Kaviar begangen – der Kaviar aus Karelien, frisch aus Moskau eingeflogen, wurde gleich verkostet und: die Reisegruppe nach Moskau hat nun den ersten Vortrag auf Russisch gehört und wir haben bereits die ersten Interviews auf Russisch geführt. #fhburgenland #studytourtomoscow #moscowwalking #Гуляем по Москве

If you want to organize your own Moscow tour, just visit: http://moscowwalking.ru/

Folgend wird Einblick ins Tagebuch einer unvergesslichen und atemberaubenden Reise nach Moskau gewährt:

5
Minuten Lesedauer

Freitag, 26.04.2019

Raiffeisen Bank Russia

Erster Tag in Moskau mit den KollegenInnen der FH Burgenland mit tollen Gesprächspartnern und Vorträgen.Die Raiffeisen Russia ist eine der Top-10 Banken in Russland. Letztes Jahr haben Sie den Award als bester Arbeitgeber Russlands bekommen. Fun Fact: in 2018 gingen die Bankomatabhebungen um 40% zurück und Online-Zahlungen (ApplePay, Airdrop, etc.) nahmen stark zu. Da das Datenschutzgesetz etwas lockerer ist sind die Kontonummern mit dem jeweiligen Handynummern verbunden. Dies ermöglicht Überweisungen an den Empfänger auch wenn die Kontonummer für den Sender unbekannt ist. Die jungen Gastgeber haben sich sehr viel Mühe gegeben und uns mit einem Buffett verköstigt.

Siemens Russia

Am Freitagnachmittag besuchten wir Siemens Russia und bekamen von Dr. Brey, Head of Strategy & Business Development  Russia, spannende Inputs zu aktuellen Projekten und Produkten sowie zur Verbindung von Strategy, Innovation, Digitalization und Facilitation.

Im Anschluss standen spannende HR-Themen, wie Herausforderungen im Recruiting und Leadership in Russland, auf dem Programm. Larisa Sukhorukikh, HR Talent Acquisition & Learning Manager bei Siemens Russia, erzählte uns über laufende Programme und Aktivitäten, z.B. Cross-functional Marketplace oder Own your career- Eco-Systeme.

Stop searching for unicorns, they do not exist!

In der 171 Jahre umfassenden Geschichte von Siemens kann auf eine 168-jährige Verbindung zu Russland zurückgeblickt werden, beginnend mit der Lieferung von Zeigertelegrafen für die Eisenbahnverbindung Moskau–St. Petersburg im Jahre 1851 bis hin zu Hochgeschwindigkeitszügen (Sapsan) für ebendiese Strecke in den 2010er Jahren. Siemens Russia beschäftigt derzeit rund 7.000 Mitarbeiter/innen und erzielt 2018 einen Umsatz von über 1 Milliarde Euro. Forschung und Entwicklung konzentrieren sich auf 14 Kernbereiche, darunter Cybersecurity, Robotics, Simulation & Digital twin oder Blockchain applications.

Sonntag, 28.04.2019

Stadterkundung: Moskau oberirdisch und unterirdisch

Der Sonntag stand ganz im Sinne von Sightseeing, Kultur und Kunst und somit starteten wir ihn mit einer spannenden Stadterkundigung geführt von unserem Jevgenij „Schenja“ Stepanov, den wir nun wirklich schon sehr ins Herz geschlossen haben. Nach dem Treffpunkt am  Platz vor dem Historischen Museum machten wir einen kleinen Abstecher zur Präsidentengarde, deren Stechschritt wir beim stündlichen Wechsel bewunderten. Weiter über den Roten Platz und vorbei am Kaufhaus Gum ging es zum dreistöckigen Zaryadye- Park, an dessen Platz einst das Gostiniza Rossija, mit seinen 3170 Zimmer das größte Hotel Europas, stand. Zum Abschluss führte uns Schenja noch in die Moskauer „Untergrundwelt“ und präsentierte uns einige prunkvolle Metro-Stationen, welche Zeichen sowjetischer Propaganda waren. Während der gesamten Tour versorgte uns Schenja mit zahlreichen spannenden und zum Schmunzeln anregenden Legenden, welche laut ihm natürlich alle wahre Begebenheiten sind, sodass wir die Zeit total übersehen und eine Stunde länger als geplant mit ihm unterwegs waren.

Tret’jakov Galerie („100 Jahre russische Kunst“)

„Ideen vom Leben für das Leben.“ Diese zeigte uns die ehemalige Studienkollegin unseres Russisch Lektors und Kunst- und Kulturwissenschafterin Dr. Julja Liderman in der neuen Tretjakow-Galerie. Das jüngere Geschwisterkind der Moskauer Tretjakow-Galerie führt seine Besucher und Besucherinnen zurück in die UdSSR und darüber hinaus und versammelt ein ganzes Jahrhundert russischer Kunst unter einem Dach. Atemberaubend präsentiert, bietet jedes Werk einen Einblick in die vielen verschiedenen Strömungen der zeitgenössischen Kunst Russlands, die beispielsweise zeigen wie die Welt nach der Revolution hätte aussehen können. Die neue Tretjakow-Galerie beherbergt eine umfangreiche und bedeutende Sammlung russischer Kunst, darunter wegweisende Werke von Malewitsch, Kandinsky, Chagall und sowjetischen Künstlern wie Aleksandr Deyneka und Vera Mukhina. Ein Besuch hier ist eine echte Geschichtsstunde und ermöglicht es dem Besucher und der Besucherin, die Sowjetzeit als den langen und komplexen Prozess zu sehen, der sie war, voll von schwierigen und widersprüchlichen Einstellungen und Ideen und Stadien.

Moskauer Konservatorium, P.I. Tschajkovskij (Rachmaninov Saal)

Sonntagabend verwandelten wir uns von Touristen zu Hollywoodstars. Wir ließen den Abend im Moskauer Tschaikowski-Konservatorium ausklingen, eine namhafte Moskauer Hochschule für Musik in der einst Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin studierten. Total verzaubert lauschten wir Kammermusik von Beethoven gespielt auf historischen Instrumenten. Wir waren überwältigt von der atemberaubenden Darbietung der Violin- und Klavierspielerin in den historischen Gemäuern des Rachmaninow-Saals.

Montag, 29.04.2019

Österreichische Botschaft in Moskau

Kennenlernen des österreichischen Botschafters Johannes Eigner in Moskau, spannende Vorträge über die österreichische Geschichte und die wirtschaftlichen Beziehungen Österreichs zu Russland, beeindruckendes Interieur – die Zusammenfassung des Besuches der Studentinnen und Studenten des HR und IWB Studiums der FH Burgenland der Österreichischen Botschaft in Moskau.

Nach einem erfrischenden morgendlichen Spaziergang, sind wir voller Erwartung in der Botschaft eingetroffen und wurden dort herzlich empfangen. Natürlich durften auch zahlreiche Fotos der reisenden „Diplomatinnen und Diplomaten“ in den erlesenen Räumlichkeiten nicht fehlen – ein bleibender Eindruck.

HILL International Russia – The Human Resources Partner

The Hill(s) have eyes, so auch in Russland!

Als The Hill 1975 in Österreich gegründet wurde, war eines von Anfang an klar – auf eine Expansion in den CEE Raum müsse man nicht lange warten. Mit ihrem Markteintritt in Russland vor 30 Jahren haben sie nicht nur das Land selbst, sondern insbesondere den HR-Markt auf russischem Boden revolutioniert. Als erstes internationales HR Beratungsunternehmen bedienen Sie dort mit 250 Beraterinnen und Beratern einen Markt mit 17,1 Millionen km2 Fläche und 100 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter. Frau Natal’ja Kulikova, HR Managerin im Unternehmen, erzählt den Studierenden in ihrem Vortrag von ihrer eigenen Karriere, über die Veränderung der Joblandschaft in den letzten Jahren und welche Charakteristika bei The Hill in Kandidatinnen und Kandidaten gesucht werden. Der Vortrag findet in atemberaubender Kulisse mit Österreichbezug in der Botschaft in Moskau statt. Eine angeregte Diskussion mit spannenden Einblicken in die russische HR Welt runden die interessante Präsentation ab, bevor sich die Studierenden auf den Weg zum nächsten Termin, zur EU-Delegation, machen.

Delegation of the European Union of the Russian Federation

Das Büro der Delegation der Europäischen Union wurde im Februar 1991 in Moskau eröffnet. Die Delegation behandelt unter anderem Themen im Bereich der Wirtschaftsinteressen, Kultur, Gesundheit und Administration. Nach Auskunft von Aleska Simkic (Deputy Head of Delegation of the European Union) führte die Krim-Annexion, die Unruhen in Donbass und der Skripal-Fall zu vielen Sanktionen welche die russische Wirtschaft erheblich trafen. Die Einfuhr diverser Waren und Güter nach Russland ist sanktioniert, weshalb nun russische Unternehmen versuchen diese Produkte im Land zu produzieren. Die gleiche Qualität kann dabei nicht erreicht werden. In Russland gibt es somit Parmesan, Prosciutto oder andere Lebensmittel welche eigentlich an eine bestimmt Herkunft gebunden wären. Die russische Seite hat auf die Sanktionen mit Gegensanktionen geantwortet und die aktuelle Lage kann als Pattsituation verstanden werden, denn keine der beiden Seiten lenkt ein. Weiteres ist die Delegation eher für kleine Gespräche und Diskussionen verantwortlich und soll sich auch ein Stimmungsbild über die aktuelle Lage einholen. Dialoge auf höheren Level werden eher in Brüssel geführt. Den russischen Massenmedien kann man oftmals nicht trauen weil sie von der russischen Regierung beeinflusst werden. Es gibt einige unabhängige Zeitungen und Journalisten, der prozentuale Anteil an Lesern ist diesbezüglich jedoch sehr gering. Die Vorsitzende Frau Simkic beschrieb die österreichische Regierung in Bezug auf das russische Verhältnis als unions- und linientreu mit teilweiser pragmatischer Auslegungsweise. Damit ist gemeint, dass die österreichische Regierung nicht auf die eigenen Interessen vergisst.

Rückflug nach Wien

Müde aber voller Freude eine solch schöne Stadt gesehen zu haben, traten wir gegen 20:00 Uhr den Heimflug an. Selbst im Flieger schien es, als wolle der Business-Trip nicht enden: Wir teilten den Flieger mit unserem Ex-Bundeskanzler Herrn Christian Kern, nunmehr Privatgeschäftsmann.

Dieser Artikel wurde verfasst vom Studiengang XY der Fachhochschule Burgenland.

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