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Mit persönlichem Wissensmanagement erfolgreich(er) durchs Studium

Zeitdruck, Prüfungen und Stress. Wer kennt das nicht?  Es kommt vor, dass einem im Studium alles über den Kopf wächst und man das Ziel aus den Augen verliert. Doch es gibt Abhilfe: Persönliches Wissensmanagement. Studiengangsleiterin Mag. (FH) Barbara Geyer-Hayden über die clevere Art des Studierens.

Rund 1.000 Personen unterschiedlichen Alters haben es im Herbst 2019 wieder gewagt. Sie haben sich für ein Studium an der FH Burgenland entschieden. Bei der Inskription war ihnen wohl nicht bewusst, dass sie von nun an verstärkt persönliches Wissensmanagement, kurz PWM, betreiben sollten.

Persönliches was? Obwohl der Begriff nur wenigen geläufig ist, so betreibt jeder in gewissem Maße PWM, denn es geht dabei darum, „sich so zu organisieren, dass man das weiß, was man möchte“, erklärt Mag. (FH) Barbara Geyer-Hayden, Studiengangsleiterin des Masterstudiums „Angewandtes Wissensmanagement“. Persönliches Wissensmanagement ist also ein Oberbegriff für alle Strategien, die man in einem Lernprozess anwendet, wie z.B. Selbstorganisation, Zeitmanagement, oder eine individuelle Positionsbestimmung zu einem Thema.

„Sich so organisieren, dass man weiß, was man wissen möchte!“

Vor allem wenn man sehr viele komplexe Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen hat, empfiehlt die Professorin auf persönliches Wissensmanagement zu setzen. Und diesem Anspruch wird ein Studium sicher gerecht. So gilt es doch, sich Wissen zu einem Fachgebiet anzueignen, bereits vorhandenes Wissen auszubauen, es zu festigen und umzusetzen, sei es in Projekten oder im Beruf. Hinzu kommt, dass im Studienalltag immer mehrere Aufgaben und Prüfungen zu bewältigen sind.

Will man PWM für sein Studium betreiben, sollte man bereits zu Studienbeginn einige Maßnahmen setzen. Der erste Schritt ist eine Positionsbestimmung. Die Expertin rät, „sich schon am Anfang des Studiums bewusst zu überlegen, wohin man mit dem Studium möchte und was man damit erreichen will“. Somit ist einem schon von vornherein klar, auf welche Inhalte man sich während des Studiums konzentrieren muss, um seine Ziele zu erreichen. Eine Methode des PWM, die einen gezielt bei der Positionsbestimmung unterstützt, ist die sogenannte „Synergy Map“, bei der man seine Ziele visualisiert und sich überlegt, welche Synergieeffekte man zur Zielerreichung nutzen kann.

...nächster Schritt

Der zweite Schritt besteht darin, sich Tools und Methoden zurechtzulegen, die einem helfen, besser zu lernen. Das heißt, effizient und digitalisiert zu arbeiten und die Möglichkeit zu haben, sich mit anderen auszutauschen. Geyer-Hayden empfiehlt StudienanfängerInnen dafür auf jeden Fall, sich ein Tool zu suchen, mit dem man webbasiert gemeinsam Dokumente bearbeiten kann. Dies kann insbesondere bei Gruppenarbeiten die Effizienz steigern und die Zusammenarbeit erleichtern. Die Verwendung einer Online-Ablage, wie etwa OneDrive oder Dropbox, in der Personen ihre Unterlagen und Dokumente mit anderen teilen, ist mittlerweile auch bereits Standard in der Trickkiste des PWM geworden. Doch selbst die besten Methoden und Tools des persönlichen Wissensmanagements werden nicht dazu führen, dass man plötzlich einen erheblich größeren Workload als üblich bewältigen kann. Deshalb muss man „akzeptieren, dass man sich gerade am Anfang des Studiums nicht in alle Themengebiete in voller Tiefe einarbeiten kann“, meint Mag.(FH) Barbara Geyer-Hayden, die bei diesem Punkt besonders an die Studierenden denkt, die ihr Studium berufsbegleitend betreiben.

Egal in welcher Organisationsform man studiert, man sollte sich von Anfang an bestmöglich mit den KommilitonInnen vernetzen, denn gemeinsam kommt man bekanntlich schneller ans Ziel. Ob es nun eine Facebook- oder WhatsApp-Gruppe oder ein professionelles Software-Tool ist, das zur Kommunikation genutzt wird, Hauptsache, man tauscht sich aus und unterstützt sich gegenseitig. Das Netzwerken sollte sich jedoch nicht nur auf den eigenen Jahrgang beschränken, weil insbesondere Studierende der höheren Semester über den Erfahrungsschatz und Wissensvorsprung verfügen, der für StudienanfängerInnen von besonderem Nutzen sein kann. Ganz im Sinne des Seek>Sense>Share – Modells geht es beim persönlichen Wissensmanagement aber nicht nur darum, selbst schnell und einfach an hilfreiche Informationen zu kommen, sondern auch darum, sein eigenes Wissen mit anderen zu teilen und es dadurch zu festigen. Ein Tweet, ein Facebook-Posting oder das Tratschen während der Pausen sind demnach auch persönliches Wissensmanagement.

Persönliches Wissensmanagement zu betreiben ist also unkomplizierter als es klingt. Je mehr Studierende PWM anwenden, desto größer wird der Nutzen für die einzelnen Personen sein. Anderen vom Konzept zu erzählen oder diesen Beitrag zu teilen, ist somit der Einstieg in gelungenes persönliches Wissensmanagement.

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