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Corona-Krise – Kleinunternehmer in Bedrängnis

Autorinnen: Plischek und Petschka

3
Minuten Lesedauer

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft seit Monaten fest im Griff. Jenseits der großen Online-Händler kommt es zu starken Einbrüchen bei den Umsätzen. Davon sind besonders Einzelpersonen- und Kleinunternehmen betroffen, die oft um ihr Überleben bangen müssen.  

Stefan betreibt ein Kleinunternehmen mit drei Mitarbeitern in Wien, welches sich auf den Verkauf von Produkten in den Bereichen Sport und Gesundheit spezialisiert hat. Besonders gerne betreibt das Unternehmen den Verkauf seiner Produkte auf verschiedensten Messen in Österreich. Diese sind aber seit den Corona-Maßnahmen eingestellt. Eine wichtige Einnahmequelle weniger.

Das Wichtigste: Zahlungsfähig bleiben

Bleibt man liquide, sollte man sich als Unternehmer Gedanken darüber machen, auf welche Art und Weise das Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Die Senkung von Fixkosten und das Generieren von Umsätzen hilft mit diesen Umständen besser umzugehenStefan wurde schnell klar, dass der Fokus in Richtung Online-Geschäft gehen solle. „Dies passierte aus dem einfachen Grund, da keiner genau wusste, wie lange die Krise andauern wird. Wir haben uns weitergebildet und neue Tools angeschafft, mit denen wir unsere Online-Präsenz verstärkt haben“, sagt der Geschäftsführer des Kleinunternehmens. Durch die Ausgangsbeschränkungen konnte mehr Zeit für diese Änderung aufgebracht werden. Neue Verkaufschancen zu entdecken ist dabei unglaublich wichtig. „Man muss kreativ zu bleiben und darf den Kopf nicht in den Sand zu stecken“, so der Jungunternehmer.  „Wir wollen auch nach der Krise unseren Fokus auf den Online-Vertrieb setzen.“ Auch hofft das Unternehmen darauf, seine Produkte wieder auf verschiedensten Messen zu verkaufen.

Einzelunternehmen in der Zwickmühle

Elisabeth ist unter anderem als Fotografin selbstständig. Während des Lockdowns hat man ihr nicht erlaubt zu arbeiten. Mittlerweile ist sie unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften wieder tätig. Ansonsten habe sich ihre Arbeit nicht wesentlich verändert. Da sie in den vergangenen Monaten einen kompletten Ausfall erlebt hat, beantragt sie den Härtefallfond. „Sehr aufwändig war das nicht, aber ein bisschen mühsam, weil vieles nicht genau erklärt ist und man sich erst durch einige Gruppen und Artikel lesen muss, um herauszufinden, wo man was einträgt.“ Von etwaigen Geldzahlungen habe sie aber nichts gesehen. „Ich kann mir durch den 100-prozentigen Ausfall leider keine Kranken- und Pensionsversicherung leisten, was aber eine Voraussetzung istIrgendwie lustig“, mein Elisabeth zynisch. Zusätzlich habe sie in der Selbständigkeit im Vorjahr keine 5000 Euro verdient, was ebenfalls gegen eine Unterstützung spricht. Deshalb ist sie auch der Meinung, dass die finanziellen Hilfen nicht ausreichend sind.

Umsatzrückgänge an der Tagesordnung

Da sowohl der Konsum von Produkten als auch die Nutzung von Dienstleistungen eingeschränkt waren, rechnen 80 Prozent der Unternehmen laut einer Studie von trendingtopics.at mit Umsatzrückgängen für das Jahr 2020. Seit Beginn der Krise hat die österreichische Regierung einige Maßnahmen getroffen, um die Unternehmen zu unterstützen. Dazu gehören die Corona-Kurzarbeit und die Corona-Hilfsfonds. Diese Härtefallfonds stellen den Unternehmen Förderungen der Regierung in Aussicht. Nach Auszahlungen bis zu 1000 Euro in der ersten Phase hat mit dem 20. April die zweite Phase begonnen.  

Erwähnenswert ist, dass es zu Nachjustierungen bei den Corona-Härtefallfonds gekommen ist, welche Klein- und Einzelunternehmen in Österreich betreffen. „Das Sicherheitsnetz für Kleinstunternehmer und Einzelpersonenunternehmen wurde mit den Änderungen, die ab sofort in Kraft treten, damit deutlich verbessert“, erklärt WKO-Präsident Harald Mahrer. Konkret wurde der Betrachtungszeitraum auf sechs Monate erhöht, wodurch nun auch Einzelunternehmen die notwendige Unterstützung bekommen können. Hinzu kommen 500 Euro pro Monat Mindestförderhöhe. Diese gilt selbst für Unternehmen, die aufgrund von Investitionen keinen Gewinn eingenommen haben. Außerdem stellt der Corona-Familienhärteausgleich keinen Ausschlussgrund mehr dar, um Unterstützung zu beantragen.  

Versicherungen zeigen Verständnis 

Zusätzlich zeigen sich Versicherer in Österreich bereit, kleine und mittlere Unternehmen durch freiwillige Hilfe in Fällen von Zahlungsproblemen oder Zahlungsverzügen zu unterstützen. Die Auszahlung von Leistungen soll beschleunigt werden. Ebenso gibt es für Kleinunternehmer die Option, Prämienzahlungen vorübergehend auszulassen und den damit verbundenen Versicherungsschutz trotzdem aufrecht zu erhalten. Es ist möglich, fast drei Viertel aller erlittenen Einbußen durch verschiedenste Fördermaßnahmen wie Kurzarbeit oder Härtefonds auszugleichen, Der österreichischen Versicherungswirtschaft ist es ein Anliegen, hier ebenfalls Abhilfe zu schaffen.

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