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Öffi-Vergleich: In welcher Stadt zahlen Studenten am wenigsten?

Semesterticket ist nicht gleich Semesterticket, denn je nach Bleibe zahlen Studierende unterschiedlich
viel – ausschlaggebend ist die Hauptwohnsitz-Debatte. In welchen Städten Studierende am meisten profitieren, zeigt der Öffi-Preisvergleich.

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Für mehr als 60.000 Studienanfänger beginnt im Oktober das Studentenleben in Österreich. Die meisten davon verlassen ihren Heimatort und ziehen in eine andere Stadt. Was viele jedoch nicht wissen: Die Preise für die öffentlichen Verkehrsmittel sind vom Wohnort abhängig. Eine entscheidende Rolle spielt die Frage des Hauptwohnsitzes. Wechselt dieser mit dem Studium nach Wien oder Linz, sinken die Ticketpreise für den Nahverkehr, im Vergleich zu Pendlern, um 50 bis 75 Prozent.

Spitzenreiter unter den Ticketpreisen ist Linz.

Pro Einwohner bekommen Städte und Kommunen Geld vom Bund. Edin Kustura, ÖH-Vorsitzender an der Uni Linz: „Der Hintergrund ist die österreichische Gemeindefinanzierung. Das sind je nach Gemeindegröße mehrere Hundert bis 1000 Euro“. Um diese Förderungen zu bekommen, locken Städte etwa mit vergünstigten Öffi-Tickets. Viele Kommunen schlagen mit Prämien für Studierende zurück, damit diese ihren Hauptwohnsitz im Elternhaus beibehalten. Je nach Gemeinde, sind finanzielle Vorteile für Studenten herauszuholen. Doch wo zahlt sich das wirklich aus?

Spitzenreiter unter den Ticketpreisen ist Linz. Durch das Angebot für Studierende mit Hauptwohnsitz fahren diese ein Semester für knapp 50 Euro. In Österreich bietet nur die Hauptstadt ein ähnliches Angebot mit 75 Euro für den öffentlichen Verkehr. Ohne Hauptwohnsitz schnellen die Preise jedoch in beiden Städten in die Höhe. So zahlen Wiener Studenten mit Nebenwohnsitz das Doppelte und in Linz fast das Vierfache. Das eigentliche Problem in Linz ist laut Kustura aber die schlechte Anbindung der Uni, da sie weit im Norden der Stadt liegt. Von den meisten Haltestellen benötigen Studierende mit dem öffentlichen Verkehr verhältnismäßig lange dorthin. Mit dem Auto sei man stattdessen meist in zehn bis fünfzehn Minuten dort.

In allen anderen untersuchten Städten spielen Haupt-, oder Nebenwohnsitz keine Rolle. Im kürzeren Sommersemester schneidet Graz im Ticketvergleich am besten ab, dicht gefolgt von Salzburg. Im längeren Wintersemester müssen Grazer Studenten jedoch draufzahlen: 146,40 Euro kostet hier die Fünf-Monatskarte von Oktober bis Februar. Salzburger zahlen für das Ticket in jedem Semester gleich viel (125 Euro). Innsbruck stellt unter den Semestertickets einen Sonderfall dar, denn hier ist das Ticket auch in der lehrveranstaltungsfreien Zeit gültig: Sechs Monate nutzen Studierende die Öffis für 133,50 Euro.

Die Preise der Jahreskarten sind in allen Studentenstädten ähnlich. Mit 365-Euro-Tickets fahren Einwohner Salzburgs und Wiens für einen Euro am Tag, in Innsbruck kostet das Ticket sogar fünf Euro weniger. In Graz geht es nur mit Hauptwohnsitz noch billiger: Durch einen Zuschuss der Stadt kostet die Jahreskarte 247 Euro.

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