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ÖH-Wahl Salzburg: Alles im „Grünen“ Bereich

Nach der ÖH-Wahl in Salzburg geht ein leichtes Aufatmen durch alle angetretenen Listen. Denn ein Wahltermin, eingepfercht zwischen EU-Wahlen und Regierungskrise, ließ nichts Gutes verheißen.

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Minuten Lesedauer

Ganz so schlimm, wie befürchtet, war es dann nicht mit der Wahlbeteiligung. Für Überraschungen sorgte eher das Endergebnis der ÖH-Wahl. 

Denn da gelang den Grünen und Alternativen Student_innen in Salzburg ein regelrechter Erdrutschsieg. Die Liste kam bei der Wahl zur Universitätsvertretung auf 36,3 Prozent. Bei den letzten ÖH-Wahlen 2017 waren es noch 18,4 Prozent. GRAS liegt damit deutlich vor den anderen Listen, die alle Verluste hinnehmen mussten. Die Aktionsgemeinschaft (AG) kam auf 23,7 Prozent (2017: 31,1 Prozent) und der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) auf 15,8 Prozent (2017: 22,5 Prozent). Die Liste unabhängiger und kritischer Studierender (LUKS) ist zum ersten Mal angetreten und erreichte 13,9 Prozent.

Das Ergebnis für die Universitätsvertretung

Fraktion 2019 % Mandate +/- Mandate
AG 23,7 % 4 -2
VSStÖ 15,8 % 2 -2
GRAS 36,3 % 6 +3
JUNOS 7,2 % 1 /
RFS 2,9 % 0 /
LUKS 13,9 % 2 +2
Quelle: FM4

Trendthema Klimaschutz

Das Ergebnis spiegelt einen generellen Grün-Trend wieder. Das sieht man auch bei der GRAS so: Keya Baier und Marvin Bergauer bilden die Grüne Doppelspitze in Salzburg. Sie machen deutlich: „Zweifelsfrei haben wir vom aktuellen Grünen-Trend profitiert. Die Leute spüren die Auswirkungen der Klimakrise immer stärker. Überall auf der Welt. Die Grünen sind die einzigen, die glaubhaft nachhaltige Lösungen vertreten.“ Laut den beiden trage auch ein weiterer Aspekt zum großen Erfolg bei: Die hart geleistete Arbeit im Wahlkampf. „Wir hatten als einzige Fraktion in diesem Wahlkampf tolle Veranstaltungen, wie einen Vortrag zu Rechtspopulismus oder den Grünen Klimagipfel mit Umweltstadträtin Martina Berthold und Umweltlandesrat Heinrich Schellhorn. Wir waren an jeder Fakultät mehrmals unterwegs, haben 10.000 Flyer verteilt, hatten konkrete einprägsame Forderungen. Und wir haben das erste Mal als GRAS Salzburg einen stark personenzentrierten Wahlkampf geführt“, so Baier und Bergauer.

Die Grüne Doppelspitze: Keya Baier und Marvin Bergauer

Grüne Aussichten

Ihren Wählern richten sie aus: „Zuerst einmal ein großes Dankeschön für das Vertrauen. Wir haben einen enormen Wahlsieg gefeiert, mit dem niemand so rechnen konnte. Ohne die Unterstützung jedes/r Einzelnen wäre das nicht möglich gewesen. Wir werden alles dafür tun, das in uns gesetzte Vertrauen zu erfüllen.“ 

Die Aussichten darauf sind ziemlich „grün“, denn GRAS konnte ihre Mandate von drei auf sechs verdoppeln.  Zudem wird Keya Baier den 1. Vorsitz der ÖH Salzburg übernehmen.

Was die FPÖ mit der Wahlbeteiligung zu tun hat

Die Grüne Doppelspitze will nun durch ihre Arbeit überzeugen und setzt sich ein weiteres Ziel: Massenauflauf bei der nächsten ÖH-Wahl in zwei Jahren. Denn GRAS meint zum Thema Wahlbeteiligung: „Unterm Strich gibt es ein Plus bei der Wahlbeteiligung- dies jedoch auf einem viel zu niedrigen Niveau.“ Rund 18.000 Studierende zählt die Universität Salzburg. Nur etwa jeder Fünfte ging zur ÖH-Wahl. Das ergibt eine Wahlbeteiligung von 19 Prozent und ist immerhin ein Prozent mehr als bei den letzten ÖH-Wahlen.

Kurz nach der Wahl nannte der bisherige ÖH-Vorsitzende Felix Klein gegenüber den Salzburger Nachrichten den Wahltermin als einen Grund für die geringe Wahlbeteiligung. Der Termin sei von der FPÖ mit Absicht in die verkürzte Woche rund um den Feiertag Christi Himmelfahrt verlegt worden. Das sei laut Klein „demokratiepolitische Sabotage“. Der Ring Freiheitlicher Studenten Salzburg (RFS) sieht einen anderen Grund für die geringe Wahlbeteiligung. Sie deuten es als einen  „Ausdruck einer Verdrossenheit der Studenten gegenüber ÖH-Vertretern, die sich lediglich in allgemeinpolitischem Aktionismus üben, anstatt die Interessen der Studenten wahrzunehmen.“

 

 

comments (1)

  • Elfriede

    Einer rechtsnationalen Fraktion die zurecht kein Mandat bekommen hat hier eine Plattform zu bieten halte ich für Journalistisch extrem fragwürdig.

    Gratulation an die GRAS.

    #Nazisraus

    reply

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