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ÖH-Wahl Salzburg: Auf Streit folgen Aktionen

Stell dir vor, es sind ÖH-Wahlen und keiner geht hin. An der Universität Salzburg wurde dieses Szenario beinahe Realität.  In den vergangenen Jahren gab es immer wieder ÖH-interne Streitigkeiten und diese blieben auch von den Studenten nicht unbemerkt. „Genug gestritten“, sind sich jedenfalls die heuer antretenden Listen AG, VSStÖ, GRAS, JUNOS, RFS und LUKS einig. Um einen Überblick zu geben, hat das Sofa-Magazin die Spitzenkandidaten interviewt und sie gefragt, warum man als Student gerade sie wählen sollte.

Die Kandidaten

Max Bacher (JUNOS) / Dominik Enthammer (RFS) / Marcel Kravanja (AG) / LUKS-Team mit Manuel Gruber / Hande Armagan (VSStÖ) / Kreya Baier & Marvin Bergauer (GRAS) (c) zVg

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Öffis, leistbares Wohnen und Digitalisierung

Die großen Themen der antretenden Listen sind in Salzburg bereits altbekannte: Spitzkandidat der AktionsGemeinschaft (AG) ist Marcel Kravanja. Er will das Verkehrsnetz für Studierende  verbessern: „Wir sind die „studentische Fraktion der Mitte“. Die AG zeichnet sich durch die unterschiedlichen Inputs ihrer Mitglieder aus. Ganz nach dem Motto: Stark verwurzelt, weit verzweigt. Wir fordern eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs für Studierende“, sagt Kravanja. Dieses Ziel verfolgen auch Keya Baier und Marvin Bergauer, die Spitzenkandidaten der „Grüne und Alternative Studierende“ (GRAS). Zudem fordert das Duo ein  „Green-Ticket“, mit dem Studierende das ganze Jahr über im gesamten Bundesland mit Bus und Bahn fahren können (derzeit sind Semester- und Sommerferien ausgenommen).  Im Wahlkampf vom GRAS dominiert außerdem das Thema Klimaschutz. Kravanja setzt hingegen auf die Digitalisierung. Wenn es nach ihm geht, sollte die Uni zum Beispiel durch Online-Streams digitaler werden. Eine Forderung, die auch Max Bacher, Spitzenkandidat der JUNOS, hat: „Wir möchten, dass auch die Universität Salzburg endlich im 21. Jahrhundert ankommt. Dazu gehört für uns die Digitalisierung der Universität, vor allem das Livestreamen von Vorlesungen ohne Anwesenheitspflicht.“

Für den VSStÖ (Liste sozialer und progressiver Studierender) geht Hande Armagan als Spitzenkandidatin ins Rennen. Sie macht sich für ein gerechtes Beihilfensystem und für ein flexibleres Lehrveranstaltungsangebot stark: „Studieren soll leistbarer werden. Wir wollen die Studienbeihilfe ausbauen und auf ein existenzsicherndes Niveau anheben. Auch die Altersbeschränkungen für diverse Beihilfen wollen wir abschaffen. Außerdem setzt sich VSStÖ für die Einführung eines Teilzeitstudiums ein.“

Der RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) bezeichnet sich selbst als „die einzige konservative Partei, die an der Universität Salzburg antritt und überdies traditionelle Werte vermittelt“. Spitzenkandidat ist Dominik Enthammer: „Wir setzen uns für die Interessen der Studenten ein, anstatt sich in Allgemeinpolitikdebatten zu verrennen. Wir sorgen dafür, dass Vorlesungen aufgezeichnet werden und man diese von Zuhause aus „besuchen“ kann. Damit wollen wir auch Beruf und Studium vereinbar machen.“ Außerdem will der RFS das „verpflichtende Gendern entsorgen“, damit man sich den „tatsächlichen Ungerechtigkeiten im Studienalltag widmen“ könne.

Die Liste LUKS (Liste unabhängiger und kritischer Studierender) mit Spitzenkandidatin Raphaela Maier und Listen-Zweiten  Manuel Gruber will mit ihrer Unabhängigkeit das Vertrauen der Studenten gewinnen. „Wir sind die einzige Liste an der Uni Salzburg, die von Parteien, Firmen und großen Sponsoren unabhängig ist und messen uns nur daran, was wir für die Studierenden an unserer Universität bewe­gen können. Von der Verbesserung der Bib-Öffnungszeiten, über einen freien Hochschulzugang bis hin zu fairen ECTS-Vergaben wollen wir mit Vernunft und Sachverstand die Probleme anpacken und lösen.“

Wahlbeteiligung bleibt die Herausforderung

Zu den Gründen, warum Studenten generell immer weniger den Weg zur Uni-Urne finden, gibt es unter den Listen geteilte Meinungen. „Viele Studis gehen nicht zur Wahl, da sie nicht das Gefühl haben, dass ihre Stimme wirklich was bewirkt. Oder weil ihnen der große Einfluss der ÖH in ihrem Studium nicht bewusst ist“, meint die GRAS-Doppelspitze Baier und Bergauer. Sie wollen in den kommenden Jahren dieses Denken aus den Köpfen der Studenten bekommen. RFS-Spitzenkandidat Enthammer, sieht die Gründe jedoch wo anders: „Eine geringe Wahlbeteiligung ist – speziell im Fall der ÖH-Wahl – ein Indiz dafür, dass die derzeitige Mehrheit in den Gremien der ÖH die Interessen der Studenten nicht wahrnimmt.“

Manuel Gruber, Listenplatz-Zweiter der LUKS, will Studenten darauf aufmerksam machen, welche Auswirkungen ihr Wahlschwänzen haben könnte: „Die Realpolitik der Bundesregierung kann einen großen Einfluss auf Unipolitik nehmen, egal ob es um eine drohende Verringerung von Prüfungsantritten oder dem Einführen von Studiengebühren geht.“ Auch VSStÖ-Spitzenkandidatin Armagan betont: „Wenn man ein Zeichen gegen die geplanten Kürzungen der schwarz-blauen Regierung setzen will, sollte man wählen gehen.“ Bacher von den JUNOS plädiert darauf sein Wahlrecht wahrzunehmen: „Wählen gehen ist sehr wichtig. Immerhin kann man so mitentscheiden welche Rolle die ÖH in den nächsten Jahren innehaben soll.“ Und auch AG-Spitzenkandidat Manuel Kravanja sendet den Studenten eine Botschaft: „Die ÖH ist dein Sprachrohr nach außen.“

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