fbpx
TOP

Organisationen neu denken

Hat die am wenigsten mächtige Person im Raum Angst davor zu reden oder nicht? Diese Frage und andere wurden beim Panel „The Ecosystem Inside – Rethinking the Organization“ beim Global Peter Drucker Forum in Wien besprochen.

3
Minuten Lesedauer

Speaker des Panels waren neben Ed Catmull, welcher sich die oben genannte Frage bei Pixar Animations Studios stellt, Rick Goings (Chairman Emeritus Tupperware Brands Corporation), Axelle Lemaire (Global Head of Terra Numerata; Partner at Roland Berger), Gisbert Rühl (Klöckner & Co SE) und Arthur Yeung (Tencent Holdings Limited).

Catmull erzählte von der Art der Kommunikation, welche bei Pixar Studios – seit 2006 teil des Disney-Konzerns – geprägt wird. Jeder sollte sich sicher fühlen, Themen anzusprechen und seine Meinung kund zu tun. Doch auch das, was weder direkt sichtbar oder hörbar ist, hat bei Pixar große Bedeutung. Nämlich die zugrunde liegenden Werte der Mitarbeiter, welche ihre Handlungen prägen.

Erfolgsgeschichten

Laut Catmull führt die Nichtbeachtung des unsichtbaren zu zwei Problemen bei Unternehmen. Unausgesprochene Ängste werden unterschätzt, die klar erkennbaren Gefahren jedoch häufig überschätzt, weshalb laut Catmull viele Unternehmen im Laufe der Zeit konservativer werden. „Wir erkennen nicht den Wert des Unsichtbaren“, so der Mitbegründer von Pixar.

Seine Erzählungen werden ergänzt von den Erfolgsmodellen der anderen Unternehmen. Arthur Yeung berichtet etwa von Tencent Holdings, das im Bereich Gaming, Internet und soziale Netzwerke (WeChat!) einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro generiert. Oder das aus der sehr traditionellen Metallindustrie stammende Unternehmen Klöckner, das erst kürzlich umgedacht und einen neuen Weg eingeschlagen hat. Zentrale Punkte hierbei waren neben der Digitalisierung des Unternehmens beispielswiese das Abändern der Supply-Chain sowie Entwickeln und Einführen einer neuen Plattform, über welche Kunden möglichst bequem Käufe abwickeln können, wie Gisbert Rühl erklärte.

In dieser recht konservativer Branche waren die Änderungen für Rühl schwer durchführbar und stellten die Führungsqualitäten im Unternehmen auf die Probe. „Menschen mögen keine Veränderungen“, stellte Rühl klar. Für ihn war es entscheidend, den Mitarbeitern den Wert der Veränderungen zu erklären und sie zu überzeugen. Dazu wurden auch viele Fortbildungen angeboten, wodurch den Leuten die Angst vor der Digital Economy genommen werden sollte.

Abwarten und Zuhören

Doch neben den verschiedenen Erfolgsgeschichten war es vor allem Ed Catmull, der mit seinen Erzählungen von Pixar am meisten aufhorchen ließ und aussagekräftige Statements lieferte. „Jeder will gut arbeiten“, sagte er beispielsweise und zeigt so einen äußerst menschlichen und verständnisvollen Führungsansatz. Desweiteren erklärte er, dass Führungskräfte erst zirka 15 Minuten lang warten sollen, bevor sie an Gesprächen teilnehmen. Zuhören und die anderen Personen ausreden lassen stehen im Fokus. Der Ton soll nicht von oben vorgegeben werden, die Organisationen von Diskussionen auf Augenhöhe profitieren. Dann könne laut Catmull ganz besonderes entstehen:

“Every once in a while magic happens... that’s when ego leaves the room!”

Teile deine Meinung mit uns