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Bei Sportkursen hecheln Fach­hochschulen in Ost­österreich hinterher

Sport ist gesund, aber decken FHs überhaupt das Grundbedürfnis danach ab? Das SOFA Magazin hat für euch die wichtigsten Fakten zusammengetragen. 

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Minuten Lesedauer

Ein Studium an der Uni und erst recht an der FH kann zeitraubend sein. Wer viel arbeitet und lernt, braucht aber auch einen Ausgleich, angeblich ist Sport ein gutes Mittel dafür. Zumindest als geeignetes Gegenstück zu stundenlangem Sitzen, Zuhören, Lesen und Lernen. Also: Jahreskarte fürs Schwimmbad, Mitgliedschaft im Fitnesscenter oder, sollte es das noch geben, im Turnverein. Praktisch kann das schon sein, aber meistens auch teuer. Vor allem für FH-Studenten.

Die Universität Wien bietet Kurse auf dem Universitätssportinstitut (USI) an. Dort kann man sich für Fußball und Schwimmen, aber auch Fechten oder Aerial Yoga einschreiben. Insgesamt gibt es mehr als 200 Kurse. FH-Studenten haben aber nicht automatisch dieselben Konditionen wie jene von der Uni.

Das USI…

…wurde 1848 gegründet, dementsprechend lange war Zeit, um Strukturen zu schaffen.

Die eigentliche Geschichte…

…des USI, damals noch Universitäts-Turnanstalt, fängt aber erst 1946 richtig an.

Nachdem alles…

…vom Krieg zerstört war, wurden damals die ersten Sportplätze, Turnhallen und alles, was man so braucht, gebaut.

Dazu müssen die Fachhochschulen nämlich aktiv mit dem USI kooperieren, laut USI-Homepage tut das aber nur die Fachhochschule des BFI. Aus Anfragen wissen wir außerdem, dass auch Studenten des Technikum Wien und der FH St. Pölten USI-Kurse besuchen können. Für den Rest schaut es schlecht aus.

Teure Einzelgänge

Stattdessen bauen manche Fachhochschulen ihre eigenen Strukturen auf – das dauert aber ewig und ist auch sauteuer. Jede Fachhochschule hat also selbst ein Kursangebot entwickelt, hat Einrichtungen suchen oder selber Trainingsräume bauen müssen.

Immerhin gibt es erst seit 1994 Fachhochschulen im Osten Österreichs und das war auch der Startschuss für eigene Sportanlagen. Im Vergleich zum wesentlich älteren USI haben Fachhochschulen also immer noch weniger Sportplätze, Turnhallen und Kooperationen mit Schwimmbädern.

Was Fachhochschulen bieten

Das Technikum ist mit 4000 Studenten eine relative große Fachhochschule, hat aber mit seinem Standort im 20. Bezirk in Wien eindeutig einen Nachteil: Es fehlt die Fläche. Was in St. Pölten oder Krems selbst gemacht werden kann und auch wurde, ist dort indes gar nicht möglich. Die Kooperation mit dem USI hat deshalb für die Studenten in Wien einen Vorteil. Sie studieren am Technikum oder an der FH des BFI, können aber trotzdem das Angebot des USI nutzen. Etwas was Pendlerstudenten vielleicht auch gerne hätten.

Diese Gruppe ist aber nur schwer auszuwerten. Einerseits gibt es Studenten, die berufsbegleitend studieren, die in Wien wohnen und nach Krems oder Eisenstadt pendeln. Also die Studenten, die wahrscheinlich eher keine Sportkurse von FHs brauchen. Für die Fachhochschulen zahlt es sich wahrscheinlich gar nicht aus, ein breit aufgestelltes Angebot für sie zu schaffen. Gleichzeitig können aber auch Vollzeitstudenten Pendler sein und jeden Tag von Wien nach St. Pölten fahren. Das sind dann jene, die zwar die Angebote der FH nutzen könnten, sich nach der Vorlesung aber denken: „Ich will hier raus.“ Also wieder nichts mit Fußball am Campus. Da lieber in Wien noch joggen, einen USI-Kurs besuchen oder einfach keinen Sport machen.

Es zahlt sich doch aus

Gleichzeitig gibt es viele Studenten, die tatsächlich in der Nähe von FHs am Land wohnen. Genau für die gibt es die Vorortangebote der Fachhochschulen – und eigentlich kann sich das Angebot bei einigen Fachhochschulen sogar halbwegs sehen lassen. Je nach FH gibt es da unterschiedliche Kurse, zum Beispiel in Krems, Wiener Neustadt und St. Pölten. Daran sieht man wieder den strukturellen Vorteil – die FH Krems kooperiert mit dem Campus Sport der Donauuniversität. Auch dort ist das Problem mit den Sportstätten einfach mit einer Kooperation gelöst worden.

Sportskanonen, die Wert auf Bewegung legen und derartige Kurse nutzen wollen, können das bei der Auswahl von Fachhochschulen gerne im Hinterkopf behalten.  Wahrscheinlich sollte man das aber nicht als Auswahlfaktor fürs Studium sehen. Zu wissen, wo man dann was machen kann, schadet aber sicher auch nicht.

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