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Student sucht: Alternativen zum Hotel Mama

Günstige Bleiben in Studentenstädten zu finden ist nicht einfach. Die Wohnungssuche kann sehr zeitaufwändig und nervenaufreibend sein. Es gibt viele Bewerber und wenige Angebote. Eine Möglichkeit ist es, bei Familien im Haushalt zu helfen und dafür bei ihnen wohnen zu dürfen.

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Daniel studiert seit fünf Semestern in Salzburg. Dafür pendelt er fast jeden Tag 50 Kilometer mit dem Auto zur Universität und den gleichen Weg wieder nach Hause. Und das oft für nur zwei Stunden Vorlesung. Deshalb hat er sich entschlossen, nach Salzburg zu ziehen. Da sein Budget limitiert ist, sind auch seine Auswahlmöglichkeiten eingeschränkt: Anfangs wollte er ein WG-Zimmer suchen, allerdings gestaltete sich das schwieriger als erwartet. „Die vielen Vorstellungsgespräche sind mit der Zeit echt nervtötend. Dauernd sitze ich mit zig anderen Studenten am Küchentisch einer Wohnung und muss argumentieren, warum ausgerechnet ich das eine leere Zimmer verdiene. Da überlege ich mir doch zwei Mal, ob ich Daheim ausziehen will“, sagt er.

Rund 18 Prozent der österreichischen Studenten haben 2017 noch bei ihren Eltern gelebt, 24 Prozent in einer Wohngemeinschaft. Neun Prozent kommen in einem Studentenwohnheim unter. Ganze 47 Prozent wohnen in einem eigenständigen Haushalt (mit ihrem Partner oder allein). Im Durchschnitt zahlen Studenten 389 Euro pro Monat für das Wohnen.

Andreas Bodimer ist Marketingassistent von Roomlala, einer Plattform zur Zimmervermittlung. Er erklärt: „Studenten und Praktikanten haben es schwer Unterkünfte für mittelfristige Aufenthalte zu finden.“ Es gebe jedoch kreative Alternativen für die Wohnungssuche.

Wohnen für Hilfe im Haushalt

In Österreich gibt es verschiedene Projekte, die eine Unterkunft für Hilfe im Alltag anbieten. Zahlreiche ältere Menschen haben freien Platz, können sich aber nicht mehr allein um den Haushalt kümmern. Auch Eltern, deren Kinder bereits ausgezogen sind, können freie Zimmer zur Verfügung haben. Sie bieten Wohnraum für Hilfe. „Ein Service bei dem Studenten für Nachhilfe, Haushaltshilfe oder Musikunterricht bei jemandem wohnen können“, beschreibt Bodimer.

Wohnen zur Zwischenmiete

Bis Studierende eine eigene Bleibe gefunden haben, können sie auch zur Zwischenmiete wohnen. Sophie ist 22 Jahre alt, studiert Jus und wohnt in einer WG auf begrenzte Zeit. Vorher hat sie drei Stunden von ihrer Studienstadt entfernt gelebt. Es war umständlich für sie, eine geeignete Wohnung zu finden: „Da ich so weit entfernt gewohnt habe, waren Besichtigungstermine eher schwierig. Ich habe dann aber ein möbliertes WG-Zimmer zur Zwischenmiete gefunden. Nun habe ich ein möbliertes Zimmer und kann mich, da ich direkt in der Studienstadt wohne, besser umsehen und Besichtigungstermine auch wahrnehmen.“

Unterstützung durch Plattformen

Einige Studenten nutzen für die Wohnungssuche bestimmte Plattformen. Vermieter können Inserate schalten und durch einen Filter können Studenten dann die passende Anzeige finden. „Es gibt verschiedene Arten von Unterkünften, die auf Plattformen wie Roomlala angeboten werden. Darunter fallen Zimmer bei Privatpersonen, Wohngemeinschaften, möblierte Unterkünfte, aber auch Wohnen gegen Hilfe“, beschreibt Andreas Bodimer. Studenten würden durchschnittlich 30 Prozent durch die Plattformen sparen – und auch weitere Kosten wie Maklergebühren würden wegfallen. Der Anteil der Studenten beträgt auf Roomlala mehr als 60 Prozent.

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