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8 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Studium

Pünktlich zum Semesterbeginn haben wir für euch einige Tipps für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschonung im Studienalltag zusammengetragen. Denn Klimaschutz geht uns alle an. 

Globale Erwärmung und der damit einhergehende Klimawandel entwickeln sich nicht nur für andere Spezies zu einem immer ernsteren Existenzproblem. Auch uns Menschen geht durch zunehmende Trockenheit und extreme Wetterphänomene langsam die Lebensgrundlage verloren. Diesem Trend können wir aufgrund der Ohnmächtigkeit der Politik und dem Unwillen der Industrie nur von unten herauf gemeinsam entgegenwirken. 

Um euch Anregungen dazu zu geben, haben wir einige Tipps für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschonung im Studienalltag zusammengetragen. Einige davon helfen auch dabei, die Geldbörse zu entspannen. 

Öffis und Fahrgemeinschaften

Ein eigenes Auto zu haben ist bequem, keine Frage. Vielerorts lässt sich die Strecke zum Arbeitsplatz oder an die Uni auch nur mit enormem Zeit- und Nervenaufwand ohne eigenen fahrbaren Untersatz überbrücken. Dennoch belastet das Auto mit seinem CO2-Ausstoß die Umwelt, mit seinen Versicherungs- und Reparaturkosten und seinem Treibstoffverbrauch die Geldbörse und in der Rush-Hour mitunter auch die Nerven. 

Lösungen gibt es einige: Vor allem, wenn man in der Stadt wohnt oder zumindest in Wohnortnähe arbeitet, bieten öffentliche Verkehrsmittel eine gute und meist günstigere Alternative. Dem Postbus muss man schließlich nicht alle paar Jahre neue Sommer- und Winterreifen spendieren und für neue Bremsscheiben muss man als Fahrgast auch nicht aufkommenIst der Weg zum Zielort, zum Beispiel zur Uni oder FH, weiter, so bieten sich Fahrgemeinschaften mit einem oder mehreren Mitstudierenden an. Wenn dann noch abgewechselt wird, fühlt sich auch niemand benachteiligt. 

Kurzstrecken durch Muskelkraft bewältigen

Wer innerhalb seiner Nachbarschaft oder im Ort unterwegs ist, sei es zum Arzt, zur Apotheke, zum Bäcker oder auf ein Eis zum Konditor, dem raten wir, das Auto stehen zu lassen. Schwingt euch aufs Rad oder macht einen Spaziergang, dann schmeckt das Eis gleich doppelt so gut. 

Neben dem eingesparten CO2 tut Bewegung an der frischen Luft gut, auch als Ausgleich zum Studium und zum Beruf. Durch die körperliche Aktivität erhöht sich der Sauerstoffgehalt im Blut, man wird frischer und kann sich danach besser konzentrieren. Dazu hat man zu Fuß oder am Rad mehr Zeit, um mal durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen oder auch mal mit der Nachbarin zu tratschen. 

Lernmaterialien gebraucht erstehen

Während der Studienzeit sammeln sich in den Büros und Arbeitszimmern der Studierenden gerne Unmengen an Büchern, Fachzeitschriften und Skripten an. Dies gilt vor allem für die Abschlussphase des Studiums, wenn für Bachelor- und Masterarbeiten recherchiert wird.  

Bibliotheken bieten natürlich eine günstige Alternative zum Neukauf von Büchern. Eine weitere Möglichkeit ist, sich im Kollegenkreis umzuhören – vielleicht hat ja ein Arbeits- oder Studienkollege oder eine Kollegin das Buch, das du suchst? Auch eine Nachricht am schwarzen Brett oder in der Facebook-Gruppe der Uni kann sich lohnen, um günstig zu nötigen Materialien zu kommen. Das spart nicht nur Geld (Fachbücher sind meist recht teuer), sondern führt auch dazu, dass insgesamt weniger Bücher gedruckt werden müssen und somit Ressourcen gespart werden. 

Regional und saisonal einkaufen …

Wer liebt sie nicht, die Bananen aus Brasilien oder die Kiwis aus Neuseeland? Heute gibt es im Supermarkt allerlei Exoten zu kaufen. Auch heimisches Obst und Gemüse ist oft das ganze Jahr über erhältlich, man denke dabei nur an den steirischen ApfelAuch günstiges Fleisch verleitet viele Menschen zum Kaufvor allem für Studierende spielt der Preis eine große Rolle. Transport und Lagerung dieser Exoten verbrauchen jedoch eine Unmenge an Energie und belasten durch Schadstoffe die Umwelt. 

Dabei liegt das Gute doch so nah – heute und gerade in Corona-Zeiten gibt es nicht nur eine Vielzahl von Direktvermarktern, die ihre selbst produzierten Waren von Gemüse über Fleisch bis hin zu Milchprodukten direkt ab Hof verkaufen. Auch Kooperationen und Bioläden liegen voll im Trend. Heute werden auch bereits in Österreich ehemals exotische Obst- und Gemüsesorten erfolgreich kultiviert, wie zum Beispiel Wassermelonen, Kiwis, Süßkartoffeln oder Physalis. Natürlich sind diese Produkte teurer als die Waren im Supermarkt oder beim Diskonter, doch mit ein wenig Disziplin und durch die Einsparungen aus unseren ersten beiden Tipps lässt sich dies leicht aufwiegen. 

… oder gleich selbst ernten

Wer’s ganz günstig haben möchte, kann auch gleich zu Mutter Natur gehen. Nehmt beim nächsten Waldspaziergang einfach einen Eimer mit und freut euch (je nach Saison) über wilde Himbeeren, Brombeeren oder Holunderbeeren, über Pilze, Haselnüsse oder Walnüsse. Die bei uns heimischen Wildfrüchte sind für aufmerksame Spaziergänger nicht nur gratis zu haben, sie stecken auch voller Vitamine und bilden nachhaltige Alternativen zu vielgepriesenen „Super-Foods“ wie Açaí, Avocado oder Zitrusfrüchte. Sanddorn zum Beispiel enthält mehr Vitamin C als Zitronen und wächst in Österreich in vielen naturbelassenen Hecken.  

Es gibt mittlerweile auch schon Apps und Internetseiten, wo Fundorte für Obstbäume, Sträucher und Kräuter beschrieben werden, wie zum Beispiel die Seite https://mundraub.org/

Reduce, Reuse, Recycle und DIY

Do-it-yourself (DIY) liegt heute voll im Trend. Anstatt stets neuen Deko-Ramsch mit geplanter Obsoleszenz zu kaufen, kann man aus alten Dingen, die man am Flohmarkt oder im Straßengraben findet, mit etwas Fantasie wieder aufregende neue Dinge erschaffen. So entstehen aus Paletten Sitzgelegenheiten, aus Schraubgläsern bunte Teelichthalter oder aus einem alten Paar Socken ein Hunde- oder Katzenspielzeug. 

Auch beim Lebensmitteleinkauf gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, umweltschonend zu agieren und Plastikmüll zu reduzieren. Nehmt zum Beispiel eine wiederverwendbare Tupperdose mit an die Wurst- und Käsetheke und lasst euch die Sachen direkt hineinlegen, anstatt sie in plastikbeschichtetes Papier einzuwickeln. Milch, Joghurt und teilweise sogar Säfte gibt es ebenfalls im Mehrwegglas zu kaufen. Mit dem Pfand bekommt man beim Zurückgeben auch wieder etwas in den Geldbeutel. 

Wasser sparen

In Österreich sind wir (noch) mit viel Wasser gesegnet und müssen uns bis auf einige Ausnahmejahre keine ernsten Sorgen um die Wasserversorgung machen. Dennoch gibt es auch hier Tipps für nachhaltigeres Verhalten und zum Geld Sparen natürlich auch, denn Wasser, das ungenutzt im Abfluss verschwindet, kostet nicht nur unnötig, sondern trägt auch zum Rückgang des Grundwasserspiegels bei.  

  • Dreht beim Zähneputzen oder Shampoonieren der Haare das Wasser ab und erst zum Ausspülen wieder auf.  
  • Wenn eure Wohnung über keinen Durchlauferhitzer verfügt, kann das Wasser eine ganze Weile brauchen, bis es warm und angenehm ist. Lasst das Wasser während des Wartens nicht ungenutzt verlaufen, sondern fangt es in einer Schüssel oder einem Kübel auf und verwendet es weiter, z. B. als Gießwasser oder zum Kochen. 
  • Wer ein Stück Garten oder einen Balkon hat, kann sich eine Regentonne aufstellen, um Regenwasser aufzufangen und ebenfalls als Gießwasser oder sogar zum Fensterputzen zu verwenden. 

Naturkosmetik statt Mikroplastik

Für die DIY-Lieblinge unter euch gibt es im Internet auch zahlreiche Anleitungen, wie man mit einfachen Mitteln zum Beispiel selbst Cremen, Shampoos oder Reinigungsmittel herstellen kann. 

Mikroplastik umgibt uns mittlerweile überall – im Meer, in Flüssen, Seen und sogar in der Luft. Die genauen Gesundheitsfolgen für den Menschen sind noch nicht ausreichend erforscht, aber es wurde bereits in den Mägen von verschiedenen Fischarten nachgewiesen und könnte sogar in den menschlichen Körper gelangen und dort Entzündungen auslösen. Viele Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik für die Konsistenz oder für Peeling-Effekte. Als Alternative bietet sich Naturkosmetik an, die zum Beispiel für die Konsistenz Bienenwachs oder für den Peeling-Effekt Salz statt Plastik verwendet. 

Diese Tipps geben euch hoffentlich einige Ideen, wie ihr dem Klimawandel auch mit kleinem Budget entgegenwirken und auch selbst wieder bewusster mit der Natur interagieren könnt. 

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