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Voll motiviert ist halb bestanden

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ine Studentin sitzt am Schreibtisch. Sie hat sich vorgenommen, vernünftig und konzentriert zu lernen. Doch stattdessen fängt sie an, die Wohnung aufzuräumen, Essen zu kochen oder mal wieder Sport zu machen. Grund dafür könnte eine zu geringe Lernmotivation sein. Doch was genau ist mit Lernmotivation gemeint?

Gertraud Meusburger von der psychologischen Studierendenberatung Salzburg beschreibt Lernmotivation als „komplexes Zusammenwirken von emotionalen und kognitiven Prozessen, die das Interesse und die Bereitschaft, neues Wissen zu erwerben, positiv steuern“. Somit steckt hinter dem Begriff mehr als nur die „Motivation zum Lernen“. Ein positives Selbstwertgefühl, der angemessene Umgang mit negativen Gefühlen und eine hohe Anstrengungsbereitschaft seien förderlich, um die Motivation aufrechtzuerhalten.

Dass eine zu geringe Motivation zum Lernen ein Problem bei Studierenden darstellt, sagt auch Meusburger: „Ein Drittel der Studierenden, die in unsere Beratungsstelle kommen, haben Probleme im Lern- und Leistungsbereich.“ Aber wie kann man seine Lernmotivation nachhaltig steigern? Die schlechte Nachricht zuerst: Laut der Expertin gibt es keinen einfachen Trick, der anhaltend die eigene Motivation steigert. Man müsse sich schon intensiver mit Lösungsstrategien befassen.

Störungsfreier Arbeitsplatz und geregelte Zeiten helfen

Man entscheide wie ein Projektleiter, ob man mit einer Aufgabe beginnt. Auch Belohnungen und Erfolge seien für die Lernmotivation wichtig. Sie stärken den Selbstwert und die Erfahrung der Selbstwirksamkeit, was eine Antriebskraft für das Lernen darstellt. Und die Expertin hat weitere Tipps, wie Studierende ihre Lernmotivation steigern können: Zuerst sollten die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es braucht einen störungsfreien Arbeitsplatz und regelmäßige Arbeitszeiten.

Selbstredend sollten Störquellen wie Lärm, das Handy, Internet und Fernsehen eliminiert werden. „Die Fähigkeit sich gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und Ziele einzuhalten stärkt das Selbstwirksamkeitserleben und dadurch auch die Lernmotivation“, rät die Expertin.

Gemeinsames Lernen steigert die Motivation

Zudem empfiehlt Meusburger, die eigenen Lernziele und Arbeitsschritte konkret zu formulieren. Dadurch lasse sich die Arbeitskapazität realistisch abschätzen. Und man könne eine vernünftige Zeit- und Lernstoffeinteilung für die jeweilige Prüfung vornehmen. Auch ein Generalplan für das Semester, in den man anstehende Arbeiten verteilt, könne hilfreich sein.

Über einen längeren Zeitraum lassen sich Ausdauer und Konzentration mit regelmäßigen Pausen, körperlicher Aktivität und Entspannungsübungen stärken. Auch das Lernen mit anderen kann für die Lernmotivation förderlich sein. Denn die gemeinsame Arbeit an Zielen und der Austausch unterstütze die eigene Motivation und auch die Lerneffizienz.

Außerdem merke man, dass man mit seinen Motivationstiefs nicht allein ist. Kommilitonen können auch nützliche Tipps geben, wie man sich zum Lernen motivieren kann. Spricht man mit verschiedenen Studierenden, wird wenig überraschend der Zeitdruck vor der Klausur als besondere Motivation genannt. Es ist zwar kein direkter Trick, doch erhöht er schlagartig die Motivation zum Lernen.

Andere motivieren sich mit Belohnungen, etwa mit einer Runde Netflix nach dem Lernen. Manche Studierende denken größer und motivieren sich mit dem Gedanken an das Ziel und was ihnen das Studium für später bringt. Doch auch nahende tolle Veranstaltungen, Ereignisse oder Vorhaben schaffen mehr Motivation beim Lernen.

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