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Von der Uni zur FH: Eine 180-Grad-Wende

Wie in einer Schulklasse sitzen. Mit einem fixen Klassenverband. Vorne der Lehrer. Und das
für ganze drei Jahre, nachdem ich in diesem Muster schon zwölf Jahre verbracht habe. Nach der Matura konnte ich mir das nicht vorstellen. Aber nach dem Bachelor auf der Universität habe ich es aber doch gewagt und mich für eine FH inskribiert.

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Aus Wien wurde Eisenstadt und aus einer 94.000-Studenten-Uni eine 3.000-Seelen-FH. Anfang September saß ich in einem Hörsaal mit 40 anderen mir unbekannten Personen. Eine Situation, die mir von der Universität Wien, aus den Übungen, nicht unbekannt war. Nun sollte der Unterricht aber überhaupt nur in Kleingruppen mit 20 Personen stattfinden. Sehr ungewohnt. Keine Anonymität gegenüber den Kommilitonen und Lehrenden mehr. Denn zumindest 19 andere Personen im Raum kennen dich.

Das ist aber auch eine Sache, die ich schnell zu schätzen lernte: Ich konnte die Menschen um mich herum einschätzen und sie mich. Darin wie sie sind, wie sie arbeiten, wie sie sich in der Gruppe verhalten – sei es privat oder beim Arbeiten für die FH. Diesen Luxus hatte ich in drei Jahren auf der Uni nur sehr selten. Nur dann, wenn ich mich gemeinsam mit Kollegen für eine bestimmte Übung angemeldet hatte. Aber auch dann landeten wir in Kleingruppen mit fremden Leuten. So sehr ich die Selbstbestimmtheit an der Universität lieben gelernt hatte und immer noch liebe – das Studieren an der FH hat auch seine schönen Seiten. Kein Stress, welches Fach man mit welchen Voraussetzungen belegen muss.

Keine Sorge, ob man in Übungen einen Platz bekommt. Kein Nachdenken darüber, welche Prüfungen und Übungen man in welchem Semester machen muss, um in der Mindeststudienzeit zu bleiben. Es gibt einen fixen Stundenplan und den gilt es zu erfüllen. So kann es sein, dass man ein Semester vermeintlich nur Fächer hat, die einen nicht interessieren. Aber wahrscheinlich ist das ohnehin nicht der Fall, obwohl man es gedacht hatte. Zumindest in meinem Fall.

Schon nach dem ersten Semester an der FH kann ich sagen, dass ich mehr gelernt hab als in meinem ganzen Uni-Studium. Ich will die Universität nicht schlecht reden, aber praxisorientiertes Lernen an der FH ist schon ein großer Unterschied. Es war die beste Entscheidung für den Master nicht nur die Universität anzupeilen. Ich lerne Dinge, mit denen ich sonst niemals in Kontakt gekommen wäre und ich liebe es.

Trotzdem genieße ich auch mein Studenten-Dasein an der Uni Wien. Mich jedes Semester durchs Vorlesungsverzeichnis
zu arbeiten, um die Übungen und Vorlesungen mit den für mich spannendsten Themen zu finden. Das macht halt trotzdem auch sehr viel Spaß. Und auch das wissenschaftliche Arbeiten macht mir nach unzähligen Seminararbeiten keine Angst mehr.

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