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Fast-Food-Junkies oder Selbermacher?

Der Mythos der sich von Nudeln und Fast-Food ernährenden Studierenden ist weit verbreitet und wohl jedem bekannt. Aber trifft diese Behauptung in einer Zeit, in der Umwelt und Körperbewusstsein immer mehr Gewicht bekommen, tatsächlich noch zu? 

 

Laufend tauchen neue Trends und Entwicklungen rund um gesunde Ernährung, Superfoods und einen bewussten Lebensstil auf. Die Zahlen der vegan und vegetarisch lebenden Personen steigen weltweit an und die verschiedensten Diäten und Ernährungsprogramme sind allgegenwärtig. Das Ernährungsbewusstsein scheint speziell bei den Unter-30-jährigen rasant zu steigen, was speziell auf Social Media ersichtlich ist. Besonders auf YouTube und Instagram boomen die Accounts der Fitnessbloggerinnen und -blogger, die ihren gesunden Lifestyle mit ihren Followern teilen.

Was kostet‘s und wie schmeckt‘s?

Wir sind diesem Thema auf den Grund gegangen und haben mit zwei Studierenden gesprochen. Herausgekommen ist ein Vergleich zwischen klassischen Studentengerichten in Bezug auf Preis, Nährwerte und Zubereitungszeit. „Ich habe durchs Selber Kochen eine neue Leidenschaft entdeckt und spare mir damit gleichzeitig Geld und Kalorien“, erzählt Alexander. Er ist 23 Jahre alt und ein sportbegeisterter Student an der FH Burgenland. Neben dem Studium arbeitet er als Barkeeper – Zeit und Geld sind gleichermaßen kostbar. SOFA hat nachgefragt und ist seinen Einkaufs- und Essgewohnheiten auf den Grund gegangen. „Es zahlt sich eindeutig aus, selber zu kochen – man spart sich enorm viel Geld und Kalorien.“ Alexander hat ein monatliches Budget von 100€ für seine Lebensmittel und kommt damit sehr gut aus. „Mit der richtigen Vorausplanung und der Zubereitung von größeren Portionen ist das gar kein Problem“, erzählt er. Alexander versucht inzwischen so viel wie möglich selbst zuzubereiten und möglichst wenig industriell verarbeitete Produkte zu kaufen.

Regional und saisonal

Alexander achtet außerdem auf die Regionalität der Produkte und kauft speziell in der Obst- und Gemüseabteilung vermehrt saisonabhängig ein. „Ungefähr drei Mal im Monat gehe ich in Restaurants essen oder bestelle mir etwas, das ist für mich etwas Besonderes. In der Regel habe ich aber schon Mahlzeiten vorgekocht oder Selbstgemachtes eingefroren, somit bin ich auch für anstrengende oder faule Tage gut gerüstet.“ 

Katharina, 28 Jahre, kann im Gegensatz zu Alexander mit Sport nichts anfangen. „Meine einzigen Sporteinheiten sind die Spaziergänge mit meinem Hund. Ich bin mit guten Genen gesegnet und muss mir daher weder um meine Ernährung noch um Sport Gedanken machen. Leider macht das aber etwas faul“, erzählt Katharina lachend. Sie arbeitet 40 Stunden die Woche in einem fordernden Job, in dem sie häufig lange im Büro ist. Da Kochen nicht zu ihren Hobbies zählt, greift sie nach einem langen Arbeitstag gerne zu Fertiggerichten, um ihre Freizeit anders zu nutzen. Das bedeutet aber nicht, dass Katharina keinen Wert auf gesunde Ernährung legt. Bei der Auswahl der Produkte achtet sie auf die Inhaltsstoffe, versucht eher auf regionale und Bioprodukte zurückzugreifen und gibt dafür gerne etwas mehr aus. Ihre Ausgaben für Lebensmittel und Snacks liegen monatlich, schätzt sie, zwischen 200 und 400 €. Auch Essen in Restaurants oder der Firmenkantine sind keine Seltenheit.

Gesundes Convenience Food?

Was die Ausgaben betrifft, liegt Katharina mit ihren Fertigprodukten also klar hinter Alexander, der mit seinem gesunden Lebensstil und frisch gekochten Mahlzeiten viel sparen kann. Aber Fertigprodukt bedeutet nicht automatisch ungesund. Die Fertigproduktindustrie geht mit der Zeit und es werden bereits viele Produkte mit hochwertigen Inhaltsstoffen und wenigen Zusätzen angeboten. Um das Thema noch etwas näher zu beleuchten, hat SOFA drei frisch gekochte Mahlzeiten mit ihrer Fertigproduktvariante in Bezug auf Nährwerte, Preis und Zubereitungszeit verglichen.

Vergleich Lebensmittel

Jeder kocht sein eigenes Süppchen

In den Gesprächen mit Alexander und Katharina wird deutlich, dass beide unterschiedlich an das Thema Ernährung herangehen aber auch das Einkaufsverhalten verschieden ist. Jedoch legen beide exemplarisch befragten Studierenden Wert auf eine gesunde Ernährung sowie hochwertige, regionale Produkte. Den Fokus auf Regionalität zu legen ist nicht zuletzt aufgrund der weltweiten Ausnahmesituation rund um COVID-19 besonders wichtig und wird der Bevölkerung in Österreich sogar von der Bundesregierung nahegelegt. Ein generelles Umdenken bei Themen rund um Ernährung und das Hinterfragen der Herstellungsprozesse und Inhaltsstoffe findet sowohl beim Konsumenten als auch in der Lebensmittelindustrie statt. Mit dem Umdenken in Ernährungsfragen beschäftigen sich auch zahlreiche Startups wie beispielsweise oddbox oder allplants, welche gesunde, nachhaltige und hauptsächlich saisonale Produkte und Mahlzeiten liefern, um so die klassischen Fertiggerichte abzulösen.

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