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Was man nicht alles für Geld tut

Hackln mit dem Hakl? Na und, du bist Student und brauchst das Geld. Naja, was soll ich dir sagen? Stolz darauf bin ich nicht. Aber wenn du nicht ewig an den 70-Cent-Cocktails in der Wiener Studentenbar “Loco” schlürfen willst, brauchst du eben Geld. Also: Hackeln gehen.

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Naja, was soll ich dir sagen? Stolz darauf bin ich nicht. Aber wenn du nicht ewig an den 70-Cent-Cocktails in der Wiener Studentenbar “Loco” schlürfen willst, brauchst du eben Geld. Also: Hackeln gehen. Ja, ich weiß, ist nicht unbedingt spannend. Und als Student hast du ja sowieso keine Zeit. Aber eben auch kein Geld.

Aber keine Panik, verzieh dich nicht gleich wieder ins “Loco”. Sieh es doch einmal von der positiven, oder sagen wir weniger schlimmen Seite: Nie wieder wirst du so dermaßen kuriose, sinnbefreite (das vielleicht schon?) und exotische Dinge für Geld tun, wie in deiner Studentenzeit. Du willst Beispiele? Dann bleib dran.

Zuggäste zählen

Einer meiner Favoriten unter den Studentenjobs: Zuggäste am Wiener Westbahnhof zählen. Das Prinzip war und ist einfach: Ein von der ÖBB beauftragtes Unternehmen suchte rund 20 geldgeile Studenten, um jene Menschen zu zählen, die mit dem Zug von Salzburg nach Wien und wieder zurückfahren. Meine Aufgabe bestand darin, achtmal am Tag für zehn Minuten am Bahnsteig zu stehen und die Zuggäste zu zählen. Dafür bekam ich einen Handzähler und eine Liste mit den an- und abfahrenden Zügen in die Hand gedrückt. Viermal im Jahr wurde gezählt, jeweils fünf Tage lang. Die Entlohnung passte: 100 Euro am Tag, sprich 2.000 Euro im Jahr. Und das für umgerechnet 80 Minuten Arbeitszeit am Tag. Die einstündigen Wartezeiten zwischen den Zügen vertrieb ich mir in der Bahnhofshalle. Vom Lernen, über mit dem WLAN im Internet surfen, bis hin zu durchaus horizonterweiternden Gesprächen mit lokalen Alkoholikern war alles dabei. Fazit: Definitiv ein netter Nebenverdienst.

Kabel schlichten

Auch kein übler Studentenjob – zumindest von der Bezahlung her – war mein Engagement in einer Saturn-Filiale. Dort galt es, anspruchsvoll wie man als Student nun einmal ist, leere Regale mit Produkten aufzufüllen. Sogar den Getränkeautomaten durfte ich einmal die Woche auf Vordermann bringen. Du wirst es nicht glauben, aber insgesamt war das eigentlich schon sehr cool: Für zehn Tage im Monat gab’s rund 1.000 Euro. Da ich das Kabel schlichten abwechselnd mit einem Kollegen betrieb, durfte ich mir die Diensttage sogar aussuchen. Da ich nach wenigen Tagen praktisch schon zum Team gehörte, gab’s auch jede Menge Rabatte auf Einkäufe. Schließlich kam auch die angesprochene Exotik nicht zu kurz: Denn in einer Saturn-Filiale begegnet man so ziemlich jeder Gesellschaftsschicht, die dir gerade einfällt, und auch jenen, denen du nach 22 Uhr am liebsten nie begegnen willst. Ja, da hast du dann schon das eine oder andere Schmankerl zu erzählen auf der nächsten Studentenfeier.

Teller waschen, Schneeschaufeln, Keller ausräumen

Nun zu den Studentenjobs, bei denen mir der Gedanke, meine nächtlichen Ausflüge wieder ins preiswerte “Loco” zu verlegen, besonders oft durch den Kopf schoss: Der Personaldienstleister „Manpower“ brachte mich so ziemlich überall dort unter, wo ich nie sein wollte und womit einem die eigenen Eltern stets gedroht haben. Stichwort von der Mama:

„Lern was Gescheites, sonst musst später einmal Teller waschen.“

Auch wenn ich grundsätzlich der Meinung bin, dass ein Studium durchaus mit „Lern was Gescheites“ gleichzusetzen ist, bewahrte mich dies nicht von meiner Tätigkeit als Tellerwäscher im Hotel InterContinental (Danke Mama, ich hab` dich auch lieb). Oder vom Schneeschaufeln auf den Dächern Wiens (zugegeben, das war eigentlich ganz witzig mit der Aussicht und so), sowie vom Ausräumen alter Keller irgendwelcher herunter gewirtschafteten Bürogebäude.

Tja, aber was tut man denn nicht alles für sein Geld. Und immerhin hat man bei letztgenannten Tätigkeiten viel Zeit zum Nachdenken. Zum Beispiel darüber, warum man denn eigentlich nix Gescheites gelernt hat? Oder warum das “Loco” eigentlich nicht jeden Tag Cocktails um 70 Cent anbietet?

Erzähl uns von deinem kuriosesten Studentenjob

Und? Wie sieht das eigentlich bei dir aus? Welcher war dein kuriosester Studentenjob und was hast du bereits über dich ergehen lassen, um nicht ewig auf die Studenten-Goodies am Semesterbeginn angewiesen zu sein? Schreib uns deine Erfahrungen als Kommentar. Wir freuen uns darauf.

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