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Wie ich meinen Traumberuf finde

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li Mahlodji ist Unternehmer, Gründer der Jobplattform „whatchado“, EU-Jugendbotschafter, Keynote-Speaker, Investor und Berater. Ingrid Schenk arbeitet als Psychologin und Berufsberaterin beim Talente-Check Salzburg. Beide haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen auf der Suche nach ihrem Traumberuf zu begleiten. Das von Mahlodji 2011 gegründete Portal „whatchado“ versteht sich als Handbuch der Lebensgeschichten. Die Idee dahinter: Berufstätige erzählen in Video-Interviews ihren Werdegang. Die Zielgruppe sind Jugendliche.

„In einem Beruf übt man eine Tätigkeit aus, für die eine Ausbildung Voraussetzung ist und mit der man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Bei der Berufung geht es darum, etwas mit großer Begeisterung und Leidenschaft zu tun. Im besten Fall decken sich Beruf und Berufung“, sagt Schenk. Mahlodij versteht unter Berufung das, „bei dem man weiß, dafür bin ich geboren. Tätigkeiten, die einem leicht von der Hand gehen, für die man Talent hat“. Ein Beruf sei hingegen „eine Tätigkeit, die du für Geld ablieferst“. Laut Mahlodij geht es im Leben nicht unbedingt darum, seine Berufung zu finden – erstrebenswert sei aber eine gute Balance zwischen Beruf und Berufung.

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Jugendliche sollen alle Möglichkeiten nutzen

Was würdet du deinem 14-jährigen Ich raten, ist eine Frage, die man sich stellen sollte. Das sagt jedenfalls Ali Mahlodji, der in den Berufsinterviews auf „whatchado“  unter anderem genau das fragt. Er selbst beantwortet sie so: „Ich würde meinem 14-jährigen Ich raten, sich mehr zu entspannen und sich nicht von der Nervosität der Erwachsenen anstecken zu lassen, die dich ständig fragen, was du nach der Matura machen möchtest.“

Außerdem würde Mahlodji sein 14-jähriges Ich ermuntern, bis zu seinem 30. Lebensjahr so viel wie möglich auszuprobieren. Denn die heutige Welt biete viel mehr Möglichkeiten als die Welt unserer Großelterngeneration. Mahlodji bestärkt die Jugend darin, sich nicht zu früh festzulegen. Außer man spüre zu 100 Prozent, was man wirklich machen wolle. Schließlich würde er seinem jüngeren Ich raten, sich mit Freunden zu umgeben, die an ihn glauben.

Auch Ingrid Schenk plädiert dafür, viel auszuprobieren. Ihrem 14-jährigen Ich würde sie raten, mutig und offen für Neues zu sein sowie – vielleicht am wichtigsten – niemals aufzugeben.

Auswahl wird schwieriger

War früher alles besser oder ist es heute womöglich leichter, seinen Traumberuf zu finden? Ali Mahlodji sieht das differenziert: „Eigentlich müsste es heute durch die ganzen Möglichkeiten, Methoden und das Internet leichter sein als vor 30 Jahren, seine Berufung zu finden. Allerdings ist es dadurch auch schwieriger geworden, eine Auswahl zu treffen: Manche haben Angst, bei den vielen Möglichkeiten etwas zu verpassen.“

Wenn man hundert Chancen habe und jeder einem sagt, man könne alles aus seinem Leben machen, könne ein enormer Druck entstehen. Insofern sei es für die Großelterngeneration in gewisser Weise leichter gewesen, ihren Traumberuf zu finden. Allerdings hätten sie auch eingeschränkte Möglichkeiten gehabt. Für die heutige Generation sei es hingegen schwieriger geworden, Dankbarkeit und innere Ruhe zu finden.

Bildungsberatungsangebote können helfen

Eine ähnliche Meinung teilt auch Ingrid Schenk: Die Welt sei in ständigem Wandel. Was vor 30 Jahren Gültigkeit hatte, könne mittlerweile überholt sein. Heute gelte es für den Einzelnen – im Gegensatz zu früher – ein hohes Maß an Flexibilität, Bereitschaft zu lebenslangem Lernen und Mut zur Veränderung an den Tag zu legen. Eine Fülle an Ausbildungsmöglichkeiten würde oft zu Unsicherheit führen. Deshalb sei es umso wichtiger, professionelle Bildungsberatungsangebote in Anspruch zu nehmen. Diese können Klarheit  bei der Ausbildungs- und Berufswahl bringen.

„Ich habe immer versucht, der Erwachsene zu werden, den ich mir als Kind gewünscht habe.“

„Man kann nicht früh genug damit beginnen, sich für Berufe zu interessieren. Denn Berufswahl ist ein Prozess und keine punktuelle Entscheidung“, ist Psychologin Schenk überzeugt. Mahlodji erinnert daran, dass wir als Kinder neugierig sind, alles hinterfragen, ausprobieren und schon viele Träume haben. Das Problem sei, dass die Erwachsenen in der Regel diese Neugierde nicht weiter befeuern. Sie unterstützen ihre Kinder nicht dabei, ihre Träume weiterzuleben. Dies sei aber immens wichtig. Freude an der Arbeit, Sinn in der Aufgabe sehen, Freiräume für das Umsetzen eigener Ideen, Perspektiven für Weiterentwicklung und ein wertschätzendes Arbeitsumfeld sind einige Indikatoren dafür, dass man sich bereits im Traumberuf befindet, weiß Schenk.

Ali Mahlodji setzt auf Zufriedenheit: Zufriedenheit – nicht andauerndes Glück – sei einer der Hauptindikatoren für ein erfülltes Berufsleben. „Ich selbst habe meinen absoluten Traumberuf. Ich habe immer versucht, der Erwachsene zu werden, den ich mir als Kind gewünscht habe. Ich selbst ändere mich mit meinem Beruf mit. Früher war ich Start-up-Gründer. Heute schreibe ich Bücher, halte Vorträge, coache Jugendliche und lebe so meinen Traumberuf“, sagt Mahlodji. Und auch Ingrid Schenk kann sich glücklich schätzen: „Jungen Menschen bei der Ausbildungs- und Berufswahl helfen zu dürfen erfüllt mich persönlich mit Dankbarkeit, Zufriedenheit und Freude. Somit habe auch ich meinen Traumberuf gefunden.“

„whatchado“ ist ein 2011 von Ali Mahlodji gegründetes Webportal, das einen bei der Berufsfindung unterstützen soll. Dafür hat „whatchado“ fast 7.000 Menschen in ihrem Job interviewt – von der YouTuberin, dem YouTuber bis zur Unternehmensgründerin, dem Unternehmensgründer. „whatchado“ zeigt einerseits die Vielfalt an Berufsmöglichkeiten auf und ermöglicht andererseits, bei Unternehmen und Bildungseinrichtungen hinter die Kulissen zu blicken. Durch das „whatchado matching“ findet man heraus, in welchen Jobs Menschen arbeiten, die einem ähneln.

Der Talente-Check der Wirtschaftskammer Salzburg ist die größte Einrichtung zur Berufs- und Ausbildungsinformation in Salzburg. Er erreicht im Teststudio, in Seminaren und Vorträgen jährlich mehr als 10.000 Personen. Das Angebot setzt dabei auf modernste Test- und Informationseinrichtungen sowie ausführliche Beratungsgespräche und Potenzialanalysen.

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