fbpx
TOP

Wieso der Bachelor für die Karriere reicht

Nach dem Bachelor ist vor dem Berufseinstieg. Ist der erste Abschluss geschafft, lautet die entscheidende Frage: Kann ein Absolvent mit diesem Titel einen Einstieg ins Berufsleben überhaupt wagen? Experten orten großes Potenzial. Mit dem Master-Titel stehen die Chancen auf ein höheres Gehalt jedoch besser.

3
Minuten Lesedauer

Die Einführung des Bachelor-Titels im Jahr 1999 sollte den Berufseinstieg für Absolventen nach den ersten sechs Semestern erleichtern. Das darauffolgende Master-Studium war ursprünglich nur für Spezialisierungen auf einem Themengebiet gedacht – jedoch nicht als Grundstudium. Doch die Realität zeigt: Viele Studenten zögern nach dem Bachelor-Abschluss mit dem Einstieg in den Arbeitsmarkt. Laut einer Statistik des AMS Österreich entscheiden sich derzeit 73 Prozent der Studierenden im Anschluss für einen Master-Studiengang. Dies ist jedoch nicht unbedingt nötig, sagen Martin Mader und Alexander Seifert vom Career Center der Universität Salzburg: „Grundsätzlich ist weniger der Abschluss das Ausschlaggebende für eine erfüllende, gute Position in der Arbeit. Viel mehr zählen die eigenen Kompetenzen, die durch die Ausbildung an einer Universität oder Fachhochschule vermittelt werden.“ Daher sollen Bachelor-Absolventen keinesfalls glauben, nur mit einem Master-Abschluss erfolgreich sein zu können. Ganz im Gegenteil: Ein Bachelor-Titel bietet bereits eine solide Grundausbildung für die weitere Karriere – so die Einschätzung der Berater des Career Centers.

Der Bachelorabschluss gewinnt an Reputation

In vielen Fachrichtungen, wie etwa in den Naturwissenschaften oder in technischen Berufen, wird dieser Titel bereits viel positiver bewertet als noch vor einigen Jahren. Das bestätigen die Statistiken des AMS Österreich. Dennoch haben Absolventen nach wie vor mit Vorurteilen zu kämpfen. Laut Einschätzungen der Berufsberater des AMS stellt sich in Betrieben oftmals die Frage, ob eine Studiendauer von sechs Semestern für eine Karriere ausreichend ist. Denn von vielen wird der Bachelor nach wie vor als „Abschluss zweiter Klasse“ bezeichnet. Das zeigt sich auch bei der Bezahlung: Lediglich 26 Prozent der Bachelor-Absolventen schaffen es laut AMS-Statistik in die Gehaltsklasse 2400 Euro und mehr pro Monat. Bei den Master-Absolventen sind es hier bereits 52 Prozent. Laut dem AMS driften die Meinungen bezüglich der Einsetzbarkeit von Bachelor-Studenten je nach Berufssparte stark auseinander. Demnach kritisieren Unternehmer oftmals das mangelnde Hintergrundwissen eines Bachelors im Berufseinstieg. Andererseits sehen viele Betriebe in der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der jungen Absolventen mit einer soliden Grundausbildung einen Vorteil. So kann der Karriereverlauf der Berufseinsteiger nach den Bedürfnissen des Unternehmens gestaltet werden. Möglichkeiten sind dabei etwa eine spezielle Weiterbildung oder direktes Lernen im Job. „Bachelor-Absolventen sind nicht so sehr spezialisiert ausgebildet. Für große Betriebe in der Wirtschaft ist das nicht weiter problematisch, da sie oftmals gerade diese Absolventen in Richtung Spezialisierung weiterbilden können“, sagt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl.

"Umso mehr Praktika, desto höher ist auch die Chance, rasch nach Abschluss des Studiums einen Job zu finden."

„Bei Bewerbungen habe ich eines ganz besonders gemerkt: Das Wichtigste ist die bisherige Berufspraxis und auch Flexibilität“, erzählt Julia Scharf, Bachelor-Absolventin der FH Steyr. „Man darf sich bei der Jobsuche nicht auf eine konkrete Berufssparte versteifen. Manchmal landet man in einer Branche, die nur wenig mit dem bisherigen Studium zu tun hat.“ Nach dreimonatiger Jobsuche arbeitet sie nun im Büro einer Firma, wobei sie nur wenig auf ihre ursprüngliche Ausbildung zurückgreifen kann. „Da muss man einfach flexibel sein und von Erfahrungen profitieren“, sagt die 22-Jährige. Auch Christoph Leitl bestätigt, dass absolvierte Praktika den Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt erleichtern: „Umso mehr Praktika, desto höher ist auch die Chance, rasch nach Abschluss des Studiums einen Job zu finden.“ Laut Leitl ist es daher besonders wichtig, dass Studenten generell in ihrer studienfreien Zeit Praxiserfahrung bei verschiedenen Unternehmen sammeln. Denn das ist auf dem Arbeitsmarkt ein wesentlicher Faktor, der aber ebenso für Master-Absolventen gilt. Die bisherigen Erfahrungen erleichtern den Einstieg ins Berufsleben und dienen außerdem als Sprungbrett für die weitere Karriere.

Teile deine Meinung mit uns