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Willkommen im Saustall

Jeder vierte Student ist die ärmste Sau. Natürlich, jeder Student ist prinzipiell eine arme Sau – lernen und wenig Geld und so, das kann auf Dauer nix. Aber: jeder Vierte unter uns zählt definitiv zu den ärmsten Säuen. Obwohl selbst Säue haben es in ihren Sauställen oft besser erwischt, als so mancher Student in seiner Wohngemeinschaft.

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Aber dort, wo sich Früh- und Spätaufsteher niemals begegnen, der Aschenbecher immer voll ist und dreckiges Geschirr wie Atommüll behandelt wird, landet eben jeder vierte angehende Akademiker zumindest einmal in seinem Dasein. Und um im Dschungel der ärmsten Säue zu überleben, gilt es nicht nur seine Rangordnung am gekühlten Futtertrog zu kennen. Auch die Stallgenossen mögen möglichst sorgfältig gewählt sein.

Das SOFA-Magazin verschafft dir einen Überblick über geeignete und weniger geeignete WG-Typen und verrät dir, mit welcher Stallordnung du der Eber unter den Säuen bleibst.

Der „Kannst du mir vielleicht“-Typ

Hand aufs geschundene Studentenherz, wer kennt ihn nicht: seine Mama hat vergessen, das Taschengeld zu überweisen, der Bankomat um die Ecke ist immer dann außer Betrieb, wenn er ihn gerade braucht, und außerdem, der Billa hat heute sowieso wieder einmal früher als üblich geschlossen. Also kannst du ihm vielleicht aushelfen?

Ja, so ist er eben, der „Kannst du mir vielleicht“-Typ. Eigentlich sehr liebenswert, schafft er es spätestens jeden zweiten Tag aufs Neue, dir die letzten Reste Tabak und Geduld zu rauben. Er meint es ja auch nicht so, tut es aber trotzdem. Ein WG-Typ, den du nicht in deiner WG haben willst. Außer natürlich, du gehörst selbst zu dieser Sorte – aber dann lass es die anderen zumindest nicht gleich beim ersten Aufeinandertreffen wissen, und frag erst nach der Mietvertragsunterschrift nach einer Tschik.

Der „Bin unterwegs“-Typ

Er wird dir gefallen. Denn zuhause ist er praktisch nie. Der „Bin unterwegs“-Typ ist nämlich derjenige, der pünktlich – wie es der WG-Plan nun einmal will – das selbst besorgte Bier einkühlt, vor dem Anstoßen aber noch schnell „weg“ muss, und sich beim Heimkommen Stunden später vier Mal dafür entschuldigt, dich nicht beim Trinken unterstützt zu haben. Gehört sich ja auch nicht. Aber – und das ist das Schöne – es stört keine Sau.

Denn der „Bin unterwegs“-Typ nutzt den kollektiven Saustall als bloßes Mittel zum Zweck. Sein Leben verbringt er draußen in der ungeschützten Wildnis. Wenn er nicht schläft, lernt oder kleine Ferkel zeugt, ist er eben unterwegs. Und – womöglich seine bedeutendste Eigenschaft – geht dabei niemanden auf den Starbucks-Keks.

Der „Schreiben wir eine Liste“-Typ

Staubsaugen ist Musik in seinen Ohren, volle Aschenbecher gibt es keine und wer seinen Laptop am Küchentisch vergisst, findet ihn wenig später am Ladekabel hängend auf dem Schreibtisch in seinem Zimmer wieder. Er ist der Traum aller Schwiegermütter und der Alptraum aller Chaoten. Gibt es ein Problem hat er die Lösung. Und diese heißt meistens: schreiben wir eine Liste.

Denn Listen regeln das Leben und damit auch den Saustall. Ja, auch Sauställe können schön und sauber sein. Aber nur, wenn man einen „Schreiben wir eine Liste“-Typen unter sich weiß. Dieser Typ kann einem natürlich auch ordentlich auf die Eier gehen. Im Endeffekt ist man dann aber doch froh, dass der Lebensstandard in den gemeinsamen vier Wänden – ihm sei Dank – dem 21. Jahrhundert entsprechend ausgeprägt ist.

Der „Machen wir was“-Typ

Er kostet das Studentenleben aus wie andere ihr monatliches Datenvolumen. Das Studium ist Nebensache. Wichtiger ist das drumherum: Fortgehen, Menschen treffen, nächtelang Serien schauen, bis in die Morgenstunden über Gott und die Welt philosophieren, Vorlesungen für seiner Meinung nach sinnvollere Aktivitäten spritzen. Er liefert den Stoff, aus dem legendäre Abende gemacht werden. Von ihm kannst du alles haben, musst dafür aber auch ein bisschen geben. Deshalb auch die tägliche Frage: „Machen wir was?“

Beantwortest du diese Frage eher mit Ja als mit Nein, dann hol dir diese Rampensau auf jeden Fall in den Saustall. Auch wenn er dir deine Work-Life-Balance wahrscheinlich ordentlich auf den Kopf stellen wird, bereichert er deine Erfahrungen im Dschungel da draußen ungemein.

TIPP: WG-Castings machen!

Üblicherweise sollten Sauställe einigermaßen homogen angelegt sein. Wenngleich ein wenig Heterogenität natürlich nicht schaden kann – wie beim Spritzwein – macht die richtige Mischung den ganzen Spaß erst wirklich lustig. Mit wem du dir letztendlich den Sautrog teilen möchtest, bleibt dir überlassen.

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