Studentin sitzt mit ihrem MacBook auf dem Schoß auf dem Sofa
Auch ohne Apple-Geräte kommst du zu deinem Studienabschluss ;)

Es muss kein MacBook sein: Technik-Tipps für Studierende

Zuletzt aktualisiert:

Man könnte meinen, den Studierenden geht es so gut wie nie – das Internet, die Technik und die Kenntnisse, diese einzusetzen, erleichtern das akademische Leben. Doch um diese Vorteile ausspielen zu können, wird das passende Gerät benötigt. Die Angebote und Preisspannen scheinen unendlich, aber welche Geräte eignen sich für wen? Um Studierenden die Wahl zu erleichtern, geben Martin Johannes Dauser, Techniker am Fachbereich Computerwissenschaften, und Andreas Lindlbauer, STV Computerwissenschaften von der Universität Salzburg, ihre Tipps und Erfahrungen weiter.

Die Experten sind sich einig, dass sich Kaufinteressierte zuerst fragen sollen, für welchen Einsatzzweck und -ort eine Neuanschaffung dienen soll. „Die zu verwendende Lösung steht und fällt mit der benötigten Software und dem Bedarf an Mobilität. In den meisten Fällen wird ein Laptop die passende Lösung sein, da er wenig Platz im Studierendenwohnheim einnimmt und leicht in die Uni oder auch mal nach Hause mitgenommen werden kann“, meint Martin Johannes Dauser.

Eine Alternative zum Laptop bilde ein stationärer Desktop-Computer. Dieser bietet mehr Leistung zu einem günstigeren Preis, kann aber nicht einfach mit in den Hörsaal genommen werden. Ein Tablet ist die vermutlich günstigste, aber auch unausgereifteste Alternative. Das Touch-Erlebnis ist zwar intuitiv, aber nahezu unbrauchbar für eine längere Seminararbeit. Lieber also zu einem echten Computer für Notizen und Mitschriften greifen. Ein Zwei-in-eins Convertible verbindet nach Ansicht der Computerwissenschaftler die Touch-Vorteile eines Tablets in Kombination mit der Hardware eines Laptops. Allerdings schlägt sich diese Innovation auch meist beim Preis nieder.

Der Teufel steckt im Detail

In den meisten Fällen bietet sich somit ein Laptop oder Convertible an – platzsparend im Studierendenheim und von Öffis bis Hörsaal überall einsetz- und transportierbar. Doch auch nach dieser Wahl wird es nicht einfacher, denn Laptops sehen meist sehr ähnlich aus, unterschieden sich aber zunehmend im klein gedruckten Datenblatt. Die Computerwissenschaftler Dauser und Lindlbauer von der Universität Salzburg empfehlen auch hier auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Ein Einsteiger-Laptop, der neben Office- und Uni-Programmen auch Streaming und Videotelefonie ermöglicht, sollte mindestens einen aktuellen Ryzen3, i3 oder Pentium Gold Prozessor mit mindestens 4 GB RAM verbaut haben. Falls das Gerät auch größere Spiele oder Videoschnitt-Programme flüssig zeigen soll, raten die beiden zu einem Ryzen5 oder i5 Prozessor der aktuellen Generation. Die Bildschirmgröße kann nach Belieben gewählt werden. Zwischen 13 und 15 Zoll ist eine große Auswahl gegeben. Die Qualität des Screens sollte mindestens eine Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und eine Helligkeit von mindestens 300 cd/m² aufweisen.

Um die Marke HP würde ich persönlich einen Bogen machen, da hier Service-Klappen zum Austausch von RAM oder Festplatte meistens fehlen und die Bodenabdeckung schwer zu entfernen ist. Was ich von Apple halte, ist damit wohl auch geklärt.

Martin Johannes Dauser, Techniker am Fachbereich Computerwissenschaften an der Universität Salzburg

So findest du das richtige Gerät

Um die gewünschten Kriterien nun anzuwenden und im Zuge dessen das richtige Gerät zu finden, nutzen die beiden Computerwissenschaftler Vergleichsportale wie geizhals.at oder das Review-Portal notebookcheck.com. Hier findet sich neben einer Preisangabe oft auch ein Testbericht oder Bewertungen. Preisportale wie preisjäger.at oder idealo.at können bei der Suche auch helfen, da hier ebenfalls gut gefiltert werden kann.

Zum Start eines neuen Studienjahres verweisen die Experten auf die u-book.at Studierendenaktion von Ende September bis Ende Oktober. Hier gibt es oft gute Geräte mit verlängerter Garantie. Wer lieber direkt zuschlagen möchte, kann auch bei edustore.at erfolgreich sein. Eine preiswerte Auswahl an Modellen beginnt meist bei etwa 450 bis 550 Euro. Wer etwas mehr Leistung benötigt wird bis 650 Euro schnell fündig.

Mehr Übersicht mit zwei Bildschirmen

Die Möglichkeit einen Laptop oder Computer an einen zusätzlichen Monitor anknüpfen zu können, erleichtert nach Ansicht der Experten das Erstellen von studentischen Arbeiten merklich. Die verschiedenen Größen sind bereits ab etwa 100 Euro für einen 24 Zoll großen Full-HD-Monitor erhältlich, 32 Zoll mit einem WQHD-Bildschirm gibt es gelegentlich im Angebot ab etwa 200 Euro. Vor dem Kauf ist es wichtig zu prüfen, welche Display-Ports am eigenen Endgerät zur Verfügung stehen.

Die kostenlose Studierendenversion von Microsoft Office

Eine kurze Internet-Recherche entfernt liegt der kostenlose Zugang zum Office 365 Education Programm von Microsoft (office.com/student). Neben den umfänglichen Vollversionen von Word, PowerPoint und Excel bietet die inkludierte Produktpalette unter anderem auch den eigenen Cloud-Dienst OneDrive mit fünf Gigabyte Speicher an, sowie Teams als praktisches Gruppenarbeitstool zur gemeinsamen Bearbeitung mit deinen Studienkolleg*innen.

Die praktische Welt von Google

Die Marktdominanz von Microsoft soll wackeln – zumindest, wenn es nach Google geht. Um den begehrten Markt der zukünftigen Arbeiter*innen buhlt der Tech-Gigant mit einem simpleren und einfacheren Bediensystem, weniger Funktionen, aber mehr Flexibilität und Design. Besonders praktisch ist die Nutzung von Google Docs und Präsentationen (Alternativen zu Word & PowerPoint), denn diese lassen sich direkt im Browser mit bis zu 100 Kolleg*innen zeitgleich bearbeiten. Mit Google Drive bietet das Unternehmen sogar 15 Gigabyte kostenlosen Cloud-Speicher.

Ab in die Cloud

Generell empfiehlt sich das Nutzen von Cloud-Diensten, wenn man mehrere Geräte verwendet und so zum Beispiel unterwegs am Smartphone noch einmal eine Präsentation überarbeiten kann. Hier gibt es selbstverständlich nicht nur OneDrive oder Google Drive, allerdings bieten sich die beiden an, wenn du sozusagen alles aus einem „Haus“ möchtest. Zu zahlreichen kostenlosen und günstigen Alternativen empfiehlt sich eine kurze Internet-Recherche – hier ist für jede*n etwas dabei!

Darf’s noch ein PDF sein?

Ausgedruckte Skripte gehören meist der Vergangenheit an. Nicht erst seit den Online-Semestern geht der Trend in Richtung Digitalisierung. Ein Hindernis kann hier das meistverteilte PDF-Dateiformat sein, da hier ohne Vollversion nicht einfach kommentiert, unterstrichen oder ausgefüllt werden kann. Der Klassenprimus Adobe bietet dies nur in der kostenpflichtigen Version an. Abhilfe verschaffen PDF-Tools wie das kostenfreie Programm Xodo. Dieses ermöglicht neben einer simplen Handhabung von Skripten auch das Highlighten, Bearbeiten und Verwenden diverser weiterer nützlicher Funktionen.

Hast du noch weitere Technik-Tipps für Studierende? Dann schreib sie uns in die Kommentare!

Leserwertung9 Bewertungen
3.8