Aneinandergereihte Bücher mit den Initialen „NEVER STOP LEARNING“ und ein aufgeschlagenes Buch
Lohnt sich das Pauken mit 30+? (Foto: pixabay.com)

Studieren mit 30+: Pro und Kontra für Weiterbildung kurz vor der Midlife-Crisis

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Für viele gilt das Studium als die schönste Zeit des Lebens und verspricht – einen erfolgreichen Abschluss vorausgesetzt – einen Karriereschub. Aber gilt das auch für ein Studium mit 30+ Jahren? Dann, wenn deine Matura noch zu Schilling-Zeiten stattfand? Hier präsentieren wir dir die Vor- und Nachteile.

Pro

1. Neue Herausforderungen

Es ist aufregend, eine neue Herausforderung für deine Karriere zu haben. Du kannst neue Netzwerke knüpfen und Menschen treffen, die dir bei deinem beruflichen Fortkommen helfen können

2. Reifer und bewusster

Du hast schon ein paar Jahre auf diesem Erdball verbracht und kannst bereits aus einem deutlich größeren Erfahrungsschatz schöpfen, als es viele deiner Kolleg*innen tun können. Du lässt dir zwar nicht immer ein X für ein U vormachen, aber bist lernbegierig: Es ist noch nicht zu spät, die Tricks und Kniffe der Branche zu lernen, wenn du motiviert bist und Bildung wertschätzt!

3. Mehr Qualität beim Lernen

Je älter du wirst, desto mehr ändern sich deine Prioritäten und Gewohnheiten: Du hast vielleicht mehr Geduld und kannst dich besser beherrschen. Das bedeutet, dass du weniger gestresst sein wirst, selbst wenn du zu Stoßzeiten lernst. Das Gefühl, bereits einen „Job“ (oder sogar eine Karriere) zu haben, lässt dir auch mehr mentalen Spielraum: Du lernst aufgrund anderer Umstände und kannst dir noch gezielter das an Informationen rauspicken, was dich interessiert. Das Studium und die Vorbereitung auf einen Kurs gibt dir somit eventuell ein Gefühl der Erfüllung, welches jüngere Kolleg*innen nicht genauso empfinden, wie du.

Kontra

1. No pain, no gain

Du erlebst vielleicht eine herausfordernde Zeit in deinem Leben. Du stehst bereits mitten im Berufsleben, hast Verantwortungen wie Familie, Freunde, Vereine und da kommt jetzt auch noch das Studium dazu! Hast du genügend Ressourcen, aus denen du schöpfen kannst? 

2. Lernen lernen

Wie merke ich mir Lernstoff? Schreibe ich Karteikarten, fasse ich Buchpassagen zusammen oder markiere ich wichtige Stellen in Powerpointfolien? In jungen Jahren war ich ein gewisses Lernritual gewohnt, da sich Schularbeiten, Prüfungen und Tests aneinander reihten. Wenn diese Zeiten aber 10+ Jahre vorbei sind, kann es zur Herausforderung werden, sich wieder grundlegende Lernweisen anzueignen. 

3. Zweisamkeit wird rar

Du könntest mit Einsamkeit zu kämpfen haben, weil du wenig Zeit nicht nur für dich, sondern auch für Familie und Freunde hast. Dein Leben abseits von Arbeit und Studium könnte also für einige Zeit pausieren. Sind dir diese „Kosten“ den späteren „Nutzen“ wert? 

Fazit

Wenn du in deinen 30er, 40er oder gar 50er- Jahren bist, solltest du inzwischen etwas über das Leben gelernt haben. Du solltest in der Lage sein, deine Leidenschaft zu finden, sie zu erhalten und sie zu etwas Erstaunlichem auszubauen. Wir leben in einer Zeit, in der wir alles tun können, was wir uns vorgenommen haben und aus unserer Komfortzone herauszutreten. Ja, es ist mühsam, mit jüngeren Kommiliton*innen mitzuhalten, up –to date mit Moodle, Studo & Co. zu sein. Aber du hast in einem fortgeschrittenen Alter ebenso viele Erfahrungen auf deinem Konto: Du weißt Theorie von Praxis zu unterscheiden, kannst viel gezielter Wissen aneignen, da du durch deinen bisherigen Berufsweg weißt, in welche Richtung du gehen möchtest. Das und viele weitere Perspektiven, dich weiterzuentwickeln, muss es dementsprechend wert sein, dich auch als „alten Baum verpflanzen lassen zu wollen“.

Go for it! 

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