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Wie die richtige „Work-Study-Balance“ gelingt

Untertags arbeiten, abends bis spät in die Nacht lernen. Berufsbegleitend Studierende leiden häufig unter einer Doppelbelastung. Die richtige „Work-Study-Balance“ zu finden, fällt schwer. Und auch Konzentrationsschwierigkeiten zählen zu den größten Herausforderungen.

57 Prozent der berufsbegleitend Studierenden haben Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Job und Studium. Das ergab die letzte Studierenden-Sozialerhebung. Jeder vierte Studierende hat Probleme mit der Konzentration. 22 Prozent geben stressbedingte gesundheitliche Beschwerden an. Gemeinsam mit David Kupfer, Pädagoge und Organisationsberater, hat das Sofa-Magazin fünf Tipps erarbeitet, wie du dich auch nach einem langen Arbeitstag noch konzentrieren kannst.

1. Gestalte deinen Arbeitsplatz bewusst

Viele Studierende haben gar keinen eigenen Arbeitsplatz für wissenschaftliche Arbeiten. Meist wird der Esstisch oder das Wohnzimmer dafür genutzt. Dabei ist ein ordentlicher Arbeitsplatz laut Kupfer entscheidend. Schaffe einen Lernplatz, wo du dich wohl fühlst. Achte darauf, dass dir weder zu kalt, noch zu warm ist. Nimm eine aufrechte und angenehme Sitzposition ein. „Bist du ein Mensch der Ordnung liebt? Dann wirst du an einem chaotischen Ort keine guten Ergebnisse erzielen“, weiß der Experte.

2. Gönne deinem Gehirn Pausen in der Natur

„Das Hirn braucht auch einmal Pausen!“, sagt Kupfer. Du kommst von der Arbeit nach Hause und möchtest gleich weiter lernen? Das wird nicht funktionieren. Erlaube dir eine Auszeit. Forschungen haben ergeben, dass das Gehirn die Synapsen-Verbindungen besser ordnen kann, wenn man in der Natur ist, erklärt Kupfer. Also gönn dir das nächste Mal statt der Netflix-Serie einen Spaziergang. Nimm Abstand von den unzähligen Reizen, die dich jede Minute überfluten.

3. Nutze Ankertechniken

Kennst du das, wenn du ein Lied hörst, das dich an eine wunderschöne Situation erinnert und du auf einmal überglücklich bist? Genau dieses Phänomen verwenden Ankertechniken. Sie versetzen dich bewusst in einen gewissen Gefühlszustand. Kupfer erklärt: „Wenn ich effizient und gut lernen möchte, muss ich mir überlegen, wann war ich zuletzt in einem Zustand, wo ich voll konzentriert war.“ Versuche jetzt bewusst in diese Situation hinein zu gehen. Was hast du in diesem Moment gesehen? Was hast du gefühlt? Was hast du rund herum wahrgenommen?

In dem Moment, wo das Gefühl am stärksten präsent ist, drückst du eine bestimmte Stelle am Körper, zum Beispiel deinen Ringfinger. Dort speicherst du dieses Gefühl ab. Diesen Vorgang muss man oft üben und wiederholen. Der Experte erklärt, wenn man dann konzentriert lernen will, drückt man diesen Punkt und wird in den abgespeicherten Gefühlszustand versetzt.

4. Arbeite in deinem Biorhythmus

Bist du Langschläfer? Dann lohnt es sich für dich nicht, extra früh aufzustehen, um etwas für dein Studium zu erledigen. Du wirst nur wenig aufnehmen können. Kupfer weiß: „Wenn du zu einem Zeitpunkt arbeitest, der überhaupt nicht deinem Biorhythmus entspricht, benötigt der Körper sehr viel Kraft und Konzentration. So brauchst du für das gleiche Ergebnis erheblich länger.“

Laut dem Buch „Golden Rules” von Martin Krengel sind der Großteil aller Menschen übrigens Morgenmenschen. Sie werden auch „Lerchen” genannt. Ihr Leistungshöhepunkt liegt zwischen 9 und 12 Uhr, beziehungsweise zwischen 14 und 17 Uhr. Im Gegensatz dazu stehen Morgenmuffel oder auch „Eulen” genannt. Das sind ungefähr 20 Prozent aller Menschen. Ihre Leistungshochs liegen zwischen 10.30 und 13.30 Uhr und abends zwischen 18.30 und 22.00 Uhr, so Krengel.

Achte also genau darauf, wann du dich besonders gut konzentrieren kannst und nutze diese Zeiten intensiv. Versuche nicht zwanghaft gegen deinen Biorhythmus zu lernen. Du wirst für die gleiche Aufgabe viel mehr Zeit benötigen.

5. Schlafe ausreichend

Klar, ausreichend Schlaf ist wichtig. Dennoch ist es das, was meistens zu kurz kommt. Ein Tag hat eben nur 24 Stunden. Die meisten berufsbegleitenden Studierenden klagen über Schlafmangel. Oft wird zu anderen Mitteln gegriffen. Kupfer erklärt: „Wenn man versucht, sich mit Kaffee krampfhaft auf den Beinen zu halten, dann ist das nur oberflächlich. Aber wirklich konzentriert lernen kann man dann nicht.“

Dein Körper braucht Zeit, um sich zu regenerieren. Das passiert während des Schlafens. Forscher des Bostoner Brigham and Women’s Hospitals berichten, dass Schlafmangel zu einer Einschränkung der Konzentration und Leistungsfähigkeit führt. Also im Akutfall plane beim nächsten Mal den ein oder anderen Power Nap ein.

Neben Arbeit und Studium bleibt oft nur wenig Freizeit. Lerne effizient! Nutze es, wenn deine Konzentration am höchsten ist! So kannst du deine Aufgaben schneller erledigen und dir bleibt Zeit für deine privaten Interessen.

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