Studentin überfordert vor dem Laptop mit den Händen vor dem Gesicht
Die Studienzeit kann auch für die Psyche besonders herausfordernd sein. (Bild: pixabay.com)

Mentale Gesundheit: Jeder*m zweiten Studierenden geht es psychisch schlecht

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Wie steht es um deine mentale Gesundheit? Laut einer aktuellen Studie von Studo und Instahelp stuft über die Hälfte der Studierenden in Deutschland und Österreich ihre psychische Gesundheit als nicht gut bis schlecht ein. Ein Großteil würde professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie kostenlos wäre. Dein Sofa-Magazin hat sich die wichtigsten Fakten dieser Studie angesehen. 

Die Daten sind besorgniserregend: Über die Hälfte (52 %) der Studierenden in Deutschland und Österreich hat einen weniger guten bis schlechten psychischen Gesundheitszustand. Auch die Lebensqualität leidet aktuell und wird von einem Großteil (82 %) der Befragten als mittelmäßig bis sehr schlecht eingestuft. Hierbei wird ein Zusammenhang deutlich: Je schlechter die psychische Gesundheit eingeschätzt wird, desto schlechter wird auch die Lebensqualität bewertet. Gesellschaftlich sehen Studierende die psychische Gesundheit trotzdem nach wie vor als Tabuthema. 

Das alles zeigt das aktuelle Mental-Health-Barometer, für das mehr als 2.000 Studierende in Deutschland und Österreich befragt wurden. Die Studie wurde gemeinsam von Studo, der meistgenutzten Studierenden-App in Österreich und Deutschland, und Instahelp, der Plattform für psychologische Beratung online, durchgeführt.

Schwierige Prüfungssituationen, Mangel an Kontakten 

Insgesamt fühlen sich 40 Prozent der Studierenden durch die Pandemie stark oder sehr stark in ihrer Studienleistung, zum Beispiel beim Absolvieren von Prüfungen, beeinträchtigt. Besonders belastend sind laut Studie für knapp die Hälfte (49 %) der Studierenden die Überforderung bzw. der Arbeitsaufwand im Studium. Hinzu kommen ein Mangel an sozialen Kontakten für mehr als ein Drittel (36 %) und psychische Probleme (35 %). Es folgen Prüfungen (32 %) und Einsamkeit (30 %).

Körperliche und mentale Gesundheit 

Für eine große Mehrheit der Studierenden sind körperliche und mentale Gesundheit gleich wichtig. Trotzdem nehmen sie sich aktuell lediglich bis zu einer Stunde pro Woche für ihre mentale Gesundheit Zeit – zum Beispiel in Form von Meditation oder psychologischer Gespräche. Für ihre körperliche (Fitness, Ernährung etc.) und ihre soziale (z. B. Freund*innen treffen) Gesundheit haben sie hingegen deutlich mehr Zeit (2–5 Stunden/Woche).

Freund*innen und Familie als Fels in der Brandung 

Bei psychischen Problemen wenden sich Studierende laut Studie im ersten Schritt an Freund*innen und Familie oder vertrauen auf Selbsthilfe (zum Beispiel Recherche im Internet oder in Büchern). Dennoch sehen Studierende in professioneller Unterstützung, wie psychologischer Beratung, die bevorzugte Lösung – vorausgesetzt, sie wäre kostenlos. 85 Prozent der Studierenden geben an, unbedingt oder zumindest manchmal professionelle Unterstützung bei mentalen Herausforderungen wie Stress in Anspruch nehmen zu wollen. Nur 13 Prozent glauben, dies nicht zu brauchen. 

Du bist nicht alleine: Beratungsangebote in Österreich 

Wie läuft es bei dir so? Hast du die Widrigkeiten, denen man während einer Pandemie begegnet, im Griff oder wünschst du dir mehr Unterstützung?  

Wir haben dir hier einige Anlaufstellen aufgelistet, die kostenlose Beratungen anbieten, um dir auch in herausfordernden Zeiten ein wenig unter die Arme zu greifen: Die Beratung ist meist anonym, kostenlos und mit keinerlei Verpflichtungen verbunden! 

Psychologische Studierendenberatung Österreich:  
https://www.studierendenberatung.at/

ÖH-Helpline:
https://www.oeh.ac.at/helpline bzw. Tel. 01/585 33 33 

Notfallpsychologischer Dienst Österreich: https://www.notfallpsychologie.at/Notfallpsychologischer_Dienst bzw. Tel. 0699/18855400 

Kriseninterventionszentrum:
http://www.kriseninterventionszentrum.at bzw. Tel. 01/ 406 95 95