Zirkus, Schwertkampf und Besenreiten: Genug von 0815 Uni-Sport

Junger Mann beim Trampolinspringen mit Grätsche in der Luft.
Nicht nur für Profis: Im Zirkuskurs findet jede*r einen Platz. (Bild: pexels.com)
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Neues Semester, neue Sportkurse – oder doch nur wieder das gleiche alte Programm? Wer genug von Fitness-, Yoga- und Schwimmkursen hat, könnte sich doch Mal in Zirkuskünsten, Quidditch oder Schwertkampf probieren! 

Manege frei!

Bunte Jonglierbälle fliegen durch die Luft, gelenkige Menschen baumeln an den Trapezen und im Hintergrund flitzt jemand am Einrad vorbei. Wie ein großer Spielplatz für Erwachsene – so lässt sich das Vier-Mast-Zirkuszelt am besten beschreiben. Alles, was man vermutlich noch vom Zirkusbesuch aus der Kindheit in Erinnerung hat, kann man hier selbst ausprobieren. Das kommt bei Studierenden in Salzburg merklich gut an. Der Kurs des Sportinstituts der Universität ist nämlich meist schon nach sehr kurzer Zeit ausgebucht. 

Eröffnet wird das wöchentliche Dienstagstraining von Wolfgang „Beme“ Neumayer, dem Trainer und Mitgründer des Zelts. Gut aufgewärmt und vorbereitet zieht es die meisten direkt auf das Riesentrampolin, wo sie sich in Strecksprüngen, Grätschen und Salti probieren. Andere starten direkt auf der Mattenfläche, wo sie sich an den ersten Figuren der Partnerakrobatik versuchen. Oft sind auch Profi-Artist*innen vor Ort, die gerne ihre Tricks preisgeben. Man merkt gleich beim ersten Training: Hier ist jede*r gut aufgehoben, egal ob gelenkig, „bocksteif“, lang, kurz, ein Muskelpaket oder grazil und leicht. Ganz ohne Vorkenntnisse können sich die Teilnehmer*innen vollkommen frei bewegen, werfen lassen, hüpfen, rollen, fahren oder tänzeln. Nicht ohne Grund bezeichnet Neumayer das Zelt stolz als „die modernste Trainingsstätte Mitteleuropas“.  

Alle Infos zum CTC-Salzburg findest du hier!

Zauberei am Spielfeld 

Wer sich lieber auf den Besen als auf das Einrad schwingt, ist vermutlich von Quidditch angetan. In nahezu jedem Bundesland kann man sich aktiv an dieser Sportart beteiligen. Graz, Innsbruck, Krems, Linz und Salzburg haben je ein Team, Wien sogar zwei. Bekannt aus der Romanreihe Harry Potter spielen hierbei zwei Teams mit je sieben Spieler*innen gegeneinander. Verwendet werden keine herkömmlichen Besen sondern Stöcke aus Plastik, die während des gesamten Spiels zwischen den Beinen gehalten werden. Die Teammitglieder haben unterschiedliche Aufgaben, welche wird mit unterschiedlichen Stirnbändern sichtbar gemacht werden. Zusätzlich zu den Spieler*innen befinden sich fünf Bälle am Feld: der Schnatz, drei Klatscher und der Quaffel.

Ziel ist es, Punkte zu machen, indem der Quaffel durch die Torringe der gegnerischen Mannschaft geworfen wird. Nach 18 Minuten kommt der Schnatz ins Spiel. Da er nicht, wie aus dem Film bekannt, selbständig fliegt, wird er in einer Socke an der Hosenrückseite des Schnatzläufers befestigt. Aufgabe des Suchers ist es dann, ihn zu finden und von dort zu entfernen. 

Eine Besonderheit dieser Sportart ist, dass Männer und Frauen gemeinsam im Team spielen. Der derzeitige Obmann der Graz Grimms, Quentin Brault, fasste sehr schön zusammen: „Eine Sportart die Strategie, Spaß und Fantasie zusammenbringt, ist für den Nerd, der ich bin, die perfekte Mischung. Es ist super selten, dass es auf dem Spielfeld keine Momente gibt, die mich nicht zum Lachen bringen oder dahinschmelzen lassen.“ Na dann, brooms up! 

Hier alle Infos zu Quidditch-Teams in deiner Nähe!

Hoch die Waffen

Nicht weniger besonders, dafür um einige Jahrhunderte älter ist der Kampf mit Schwertern und anderen Säbeln. Bei der historischen europäischen Kampfkunst geht es nicht um das Raufen oder Prügeln. Im Zweikampf wird der Umgang mit dem eigenen Körper gelehrt, sowie auch die Reaktion auf die Gegner*in mit den erlernten Fertigkeiten und Techniken. Die Grundlage dafür bilden Niederschriften und Drucke ab dem zwölften Jahrhundert. Diese werden seit etwa 20 Jahren rekonstruiert und von der praktischen sowie wissenschaftlichen Seite beleuchtet. 

Der Kurs an der Uni Wien beginnt das Programm meist mit Einzel- und Partnerübungen. Damit soll das eigene Körper- als auch das Distanzgefühl verbessert werden. Ebenso wird die Koordination mit dem Schwert geübt. Dieses besteht jedoch im Training noch aus Holz oder Plastik.  

Hinter der Kampfkunst steht der Verband INDES, welcher Kurse auch in Feldbach, Graz, Klagenfurt, Korneuburg, Kulmbach, Linz, Regensburg und Salzburg anbietet. Neben dem Kampf mit dem langen Schwert gibt es auch noch andere Systeme wie beispielsweise das lange Messer oder den Säbel.

Näher kommen sich die Gegner*innen in der Auseinandersetzung mit dem Dolch. Gänzlich ohne Waffe wird schlussendlich beim Ringen gearbeitet. Hierbei war es früher das Ziel die andere Person mit Würfen, Tritten, Schlägen sowie Arm- und Fingerbrüchen zu Boden zu bringen. Heute wird der Fokus erfreulicherweise auf das kontrollierte Falltraining und auf saubere Schläge und Tritte gelegt. Wer sich für eine Sportart mit historischem Hintergrund interessiert, ist hier gut aufgehoben! 

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