50 Euro Geldscheine
Mit diesen staatlichen Förderungen finanzierst du dir dein Studium. Bild von MOERSCHY auf Pixabay

So finanzierst du dir dein Studium

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Studieren ist oft zeitintensiv und nicht jeder und jede hat die Möglichkeit nebenbei zu arbeiten. Zum Glück gibt es für genau solche Situationen staatliche Unterstützung. Welche Förderungen du kennen solltest, und welche Vorraussetzungen du erfüllen musst – Wir zeigen dir, wie du dir dein Studium finanzierst.

FIRST THINGS FIRST: DIE STUDIENBEIHILFE 

Wenn Eltern oder Studierende selbst nicht die Möglichkeit haben, das Studium zu finanzieren, greift die Studienbeihilfe. Anspruch haben österreichische Staatsbürger sowie gleichgestellte Ausländer und Staatenlose. Für den Bezug der Studienbeihilfe gibt es eine Vielzahl an Voraussetzungen:

  • Die Studentin oder der Student muss sozial förderungswürdig sein, das heißt, dass bestimmte Bestimmungsfaktoren wie Einkommen, Familienstand und Familiengröße zur Berechnung des Stipendiums herangezogen werden.
  • Studierende müssen auch einen günstigen Studienerfolg bzw. die Aufnahme als ordentlicher Studierender nachweisen können. Die Studienerfolgsnachweise müssen zwingend bis zum Ende des dritten Semesters eingereicht werden, da sonst die Rückzahlung der Studienbeihilfe droht.
  • Zusätzlich darf die Studienzeit um nicht mehr als ein Monat überschritten werden. Ausnahmen für diese Voraussetzung sind allerdings Krankheit, Schwangerschaft oder Pflege, aber auch die Erziehung eines Kindes bis zum sechsten Lebensjahr sowie abzuleistender Präsenz- oder Zivildienst.
    • Ein Bachelorstudium muss in sechs Semestern mit maximal einem Toleranzsemester abgeschlossen werden (=7 Semester)
    • Ein Masterstudium muss in vier Semestern mit maximal einem Toleranzsemester abgeschlossen werden (=5 Semester)
  • Das gewählte Studium muss auch vor dem 30. Lebensjahr begonnen werden, Ausnahmen hierfür sind aber Selbsterhalterinnen und Selbsterhalter sowie Studierende mit Kind (dazu weiter unten mehr), Studierende mit Behinderung und Masterstudierende.
  • Während des Studierens darf das Studium nicht mehr als zweimal gewechselt werden.

Der höchstmögliche Auszahlungsrahmen für die Studienbeihilfe beträgt 8.580 Euro. Aber auch dafür gibt es einige Voraussetzungen:

  • Studentinnen und Studenten, die im Studienwohnort wohnen müssen, da die tägliche Anfahrt zu weit ist
  • Studierende, die älter als 24 Jahre sind
  • Vollwaisen
  • Die gesetzliche Verpflichtung zur Pflege und Erziehung mindestens eines Kindes
  • Verheiratete Studierende oder Studenten mit eingetragener Partnerschaft
  • Studierende, die sich vor dem Studium mindestens vier Jahre selbst erhalten haben (mehr dazu weiter unten)

Sollte von diesen Voraussetzungen keine zutreffen, beträgt die Höhe des Stipendiums 6.000 Euro. Studierende mit Behinderung erhalten je nach Grad der Behinderung zusätzliche Unterstützung. Auch Studentinnen und Studenten, die zur Pflege und Erziehung mindestens eines Kindes verpflichtet sind, erhalten 1.200 Euro mehr an Unterstützung. 

Aber Vorsicht: was bei dieser Finanzierung nicht außer Acht gelassen werden darf, sind mögliche Minderungen. Die Obergrenze für Zusatzverdienste liegt bei 10.000 Euro im Jahr. Darüber hinaus verringert sich die Studienbeihilfe auch bei möglichen Unterhaltszahlungen durch Elternteile und durch das Kindergeld vor dem 24. Lebensjahr.  

Kind erziehen, Studium finanzieren 

Junge Eltern nutzen öfters die berufliche Veränderung, die ein Kind in der Familie mitbringt, um sich fortzubilden. Hierbei ist wieder die Studienbeihilfe der Dreh- und Angelpunkt für die Unterstützung der Studierenden. Lisa J., Mutter eines dreijährigen Sohnes, plaudert mit uns über Ihre Erfahrungen: „Die Studienbeihilfe mit der zusätzlichen Unterstützung für mich als junge Mutter hat mir meinen Studienabschluss ermöglicht. Die Zeit war nicht einfach für mich. Mein Sohn Noah hielt mich tagsüber auf trapp und in den Abendstunden musste ich für anstehende Prüfungen lernen oder wichtige Abgaben schreiben.“   

Als Unterstützung für den studierenden Elternteil wird die Studienbeihilfe von monatlichen 801,– € auf 913,– € erhöht. Die Zuverdienstgrenze von 10.000,– € pro Jahr wird ebenfalls um 3.000,– € bis 5.200,– € jährlich pro unterhaltsberechtigtem Kind erhöht. Die effektive Erhöhung hängt vom Alter des unterhaltspflichtigen Kindes ab.  Diese Zuverdienstgrenze ermöglich viel Flexibilität, um das Familieneinkommen zu verbessern. 

Jungfamilie mit kleinem Kind
In Österreich bekommen Studierende mit einem Kind eine finanzielle Unterstütung von bis zu 913,– monatlich.
Bild von KATIE E auf Pexels

Zuerst Geld verdienen dann studieren– warum denn nicht?

„Als 30-jähriger Berufstätiger war der Umstieg auf ein klassisches „Studentenleben“ trotz des Selbsterhalter-Stipendiums schwierig. Nach einer Umstellung auf einen sparsameren Lebensstil und einer Umgewöhnung konnte ich mich mit gut durchboxen und mein Studium mit gutem Erfolg abschließen“, plaudert der im Jahr 1988 geborene Sascha K. aus dem Nähkästchen. Das Stipendium ist speziell auf Berufstätige zugeschnitten. Studierende müssen vier Jahre lang mindestens 8.850,– € im Jahr verdient haben, um in den Genuss dieser Förderung zu kommen. 

Informieren geht (fast) über studieren

Für Studierende gibt es vom Staat zahlreiche verschiedene Förderungsmöglichkeiten, um Jeder und Jedem sozial unabhängig einen Hochschulabschluss zu ermöglichen. Die Unterstützungen für Studierende decken viele verschiedene Situationen ab und können an die jeweilige angepasst werden. Lass diese Hilfen nicht einfach liegen, schnapp dir deinen „Topf voll Gold“ um dir deinen Kopf voll Wissen leichter anzueignen.

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