Junge Studentin überlegt
Viele junge Menschen fragen sich: Was soll ich studieren?

Was soll ich studieren? Tipps, um das richtige Studium zu wählen

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Was soll ich studieren? Welcher Studiengang passt zu mir? Soll ich überhaupt studieren? Jahr für Jahr stellen sich viele junge Menschen in Österreich diese und ähnliche Fragen. Recht und Wirtschaft, Kunst, Musik, Design oder doch lieber Naturwissenschaften. Das österreichische Studienangebot ist sehr breit. Leider macht die große Auswahl die Entscheidung nicht leichter. Viele wissen nicht, was sie studieren sollen oder ob sie überhaupt studieren wollen und haben große Angst das falsche Studium auszuwählen. In diesem Beitrag haben wir die aus unserer Sicht wichtigsten Überlegungen und Vorgehensweisen zusammengeführt, um auf die Frage „Was soll ich studieren?“ eine Antwort zu finden.

Für viele angehende Student:innen stellt die Wahl des passenden Studiums eine schwierige Aufgabe dar. Worauf soll bei der Studienwahl geachtet werden? Was sagt das Bauchgefühl? Was empfehlen Eltern und Freund:innen? Welche Berufe werden derzeit am Arbeitsmarkt gebraucht? Für manche ist die Wahl des Studiengangs ziemlich einfach und ganz klar, für andere ist es die schwierigste Entscheidung des Lebens.

Falls du dich auch in einer ähnlichen Lage befindest und überfordert bist mit der Entscheidung, denk dran: Es geht nicht um Leben und Tod. Du musst dir Zeit geben, recherchieren und ausprobieren. Du wirst deine Erfahrungen früher oder später machen. Niemand kann dies für dich übernehmen, am Ende musst du dich dieser Herausforderung stellen und eine Entscheidung treffen.

1. Zeit nehmen
2. Soll ich meine Eltern und Freund:innen fragen? 
3. Beschnuppere Lehrveranstaltungen
4. Wo liegen meine Interessen?
5. Studienwahlberatung
6. Kostenlose Studienwahltests
7. Informationen einholen
8. Fachhochschule oder Universität?
9. Was ist der Unterschied zwischen Bachelor und Master?
10. Was kann man studieren (Fachbereiche)?
11. Wie viel kostet ein Studium in Österreich?
12. Studieren ohne Matura
13. Was spricht für ein Studium?
14. Wo sehe ich mich in der Zukunft?
15. Was spricht gegen ein Studium?
16. Der 5-Schritte-Guide
17. Du kannst nichts falsch machen!
18. Hilfreiche Quellen

Zeit nehmen

Um das passende Studium zu finden, musst du dich erstmal umfassend informieren. Erkundige dich über deine Möglichkeiten, Ressourcen und die infrage kommenden Universitäten und Fachhochschulen. Hole dir Meinungen von Familie und Freund:innen oder anderen Studierenden ein. Finde heraus, was dich interessiert, wo deine Talente liegen. Setze dich in verschiedenste Vorlesungen rein, beschnuppere das Unileben. Stelle Fragen online in Facebook- und Reddit-Gruppen über Studienfächer. Schau dir die Studienpläne (Curriculum) an – diese findest du auf den FH- und Uni-Webseiten. Mache dir Gedanken über deinen zukünftigen Beruf. Wie soll dein Arbeitsalltag aussehen? Lies Fachzeitschriften oder Bücher zu den Fachgebieten, die dich interessieren.  Du musst dir genügend Zeit nehmen, um all diese Informationen zu recherchieren – ohne Zeitdruck. Starte rechtzeitig mit der Recherche, damit du keine Fristen und Termine für Aufnahmetests übersiehst und dich rechtzeitig bewerben kannst.

Soll ich meine Eltern und Freund:innen fragen?

Eltern und Freund:innen können gute Ratgeber:innen sein und dir bei der Suche nach deinem Wunschstudium behilflich sein. Du kannst dir ihre Meinung anhören und mit ihnen auch darüber diskutieren. Es ist aber wichtig, dass du am Ende des Tages selbst die Entscheidung fällst. Es geht hierbei schließlich um das, was du willst. Deine Aufgabe ist es, dich und nicht andere mit deiner Entscheidung zufriedenzustellen. Daher unser Rat an dich: Lass dich von Gesprächen mit deinen Engsten inspirieren, aber nicht manipulieren.

Was sagen deine Eltern und Freunde?

Setze dich in Hörsäle rein: Beschnuppere Lehrveranstaltungen

An vielen Universitäten kann man sich einfach in die Vorlesungen hineinsetzen. Man muss sich nicht voranmelden oder inskribiert sein. Angenommen, du interessierst dich für Kommunikationswissenschaften und Betriebswirtschaft. Dann suche dir Unis mit diesen Studienrichtungen aus. Plane dir dafür einige Wochen bis Monate ein. Setze dich in regelmäßigen Abständen in Lehrveranstaltungen dieser Studienrichtungen rein und höre mit. Schnell wirst du ein Gefühl dafür bekommen, ob dir die Inhalte, die Struktur und die Atmosphäre zusagen oder nicht.

Wo liegen meine Interessen?

Das Ziel ist es, das zu studieren, was zu einem passt. Daher ist es sinnvoll, sich ehestmöglich Gedanken darüber zu machen. Beginne mit der Frage „Was macht mir Spaß?“. Erstelle eine Liste mit deinen Interessen. Zähle ungefiltert alles auf, bearbeite die Liste immer wieder, nimm zeitlichen Abstand von der Liste und komme auf sie zurück. Mach dir Gedanken darüber, ob du lieber alleine arbeitest oder mit Menschen. Worin warst du besonders gut in der Schule und worin warst du nicht gut? Wie ging es dir mit Schreiben oder in Mathe? Was hast du gerne außerhalb der Schule gemacht? Mache dir Gedanken darüber, wo deine Talente liegen. Sitzt du gerne am Computer oder machst du gerne Musik? Es gibt kein Tabu, sei ehrlich zu dir selbst und überlege völlig unvoreingenommen. Mit diesen methodischen Ansätzen kommst du deinem Ziel immer näher. Versuche deine Interessensgebiete zu erfassen und damit den potenziellen Fächerkreis einzuschränken.

Weitere Fragen können dir dabei helfen:

  • Was kann ich gut?
  • Was interessiert mich?
  • Was sind meine Hobbys?
  • Wo engagiere ich mich ehrenamtlich?
  • Wo sind meine Stärken und Schwächen?
  • Wofür „brenne“ ich? Was ist meine Leidenschaft?
  • Gibt es ein Thema, über das ich stundenlang reden kann?
  • Was ist mir wichtig im Leben? Welche persönlichen Ziele verfolge ich?
  • Welche Berufsfelder finde ich interessant?
  • Wie soll mein Arbeitsalltag aussehen?

Hast du bzw. hattest du Probleme bei der Wahl deines Studiums?

Studienwahlberatung

Es gibt eine Fülle an Institutionen bzw. Beratungsstellen im Bereich Studienberatung. Wenn du dich also in deiner „Studienfindungsphase“ befindest, hast du viele Möglichkeiten, dich professionell beraten zu lassen. Mach Gebrauch von diesen Angeboten und informiere dich über deine Möglichkeiten.

Kostenlose Studienwahltests

Informationen einholen

Auf den Webseiten der Fachhochschulen und Universitäten findest du viele nützliche Informationen zu:

  • Studienplänen (Curriculum)
  • Abschlüssen der Studiengänge (Bachelor of Arts, Master of Science etc.) 
  • Fachbeschreibungen und Modulübersichten 
  • Prüfungsordnung und dem Vorlesungsverzeichnis 
  • Studiengebühren
  • Terminen zum Tag der offenen Tür
  • Kontaktinformationen
  • Partneruniversitäten

Hier findest du alle Studienrichtungen in Österreich aufgelistet.

Fachhochschule oder Universität?

Uni oder doch lieber FH?

Das österreichische Bildungssystem bietet 22 Universitäten, 21 Fachhochschulen und 16 Privatunis an. Einerseits musst du die Wahl deines Studiums festlegen und andererseits die Art der Hochschule. Auch hier hast du die Qual der Wahl, denn es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen. Auf einer Uni macht man eine andere Erfahrung als auf einer FH.

Fachhochschule

Die Fachhochschulen sind für ihre praxisnahe Art zu Unterrichten und Arbeiten bekannt. Die Lehrweise und die Methoden orientieren sich an der aktuellen Arbeitsmarktsituation. Wer sich für eine FH entscheidet, muss das Studium in der Mindeststudiendauer absolvieren. Es gibt Anwesenheitspflicht, Klassenräume und viele Projekte in Kleingruppen. Das Studium ist daher sehr „kompakt“, aber auch sehr persönlich. Es ist möglich, eine Beziehung zu den Mitstudierenden und zu den Lektor:innen aufzubauen.

Universität

Hier wird Eigeninitiative und Selbstorganisation großgeschrieben. Auf einer Universität müssen Studierende ihren Stundenplan selbst zusammenstellen und daher besonders auf Fristen und Vorgaben achten. Auf einer Uni wird viel geforscht, daher liegt der Fokus hier am wissenschaftlichen Arbeiten bzw. auf viel Theorie.

FHUNI
praxisorientiertwissenschaftliches Arbeiten
AufnahmeverfahrenEs gibt Unis mit und ohne Aufnahmeprüfung*
kleinere Arbeitsgruppenviele Studierende
organisatorisch wenig AufwandSelbstorganisation
AnwesenheitspflichtEs gibt Unis mit und ohne Anwesenheit*
Studiengebühren (363€)kleiner ÖH-Beitrag (20€)
kurze Ferien (2 Monate Sommerferien)längere Ferien (3 Monate Sommerferien)*
*Es kommt auf die Universität bzw. auf die Studienrichtung an

Was ist der Unterschied zwischen Bachelor und Master?

Das Bachelorstudium gilt als Grundstudium, das Masterstudium ist das Aufbaustudium. Erst mit dem Bachelor-Abschluss ist man zum Masterstudium zugelassen. Um den PhD bzw. das Doktoratsstudium anzutreten, muss ein Masterstudium vorliegen.

Der Bachelor dauert in der Regel drei Jahre und ist der erste akademische Grad nach Abschluss eines Bachelorstudiums an einer Hochschule. Die Beurteilung erfolgt durch die sogenannten ECTS-Punkte (European Credit Transfer System). Anhand von Projekten, Abgaben, Seminararbeiten und Klausuren erwerben Studierende diese Punkte.  Verliehen werden der Bachelor of Arts, der Bachelor of Science, der Bachelor of Law oder der Bachelor of Engineering.

Der Master ist der zweite Abschluss an einer Hochschule. Die Abschlüsse nach einem Masterstudium sind der Master of Arts, der Master of Science oder der Master of Engineering.

Was kann man studieren? 

Fachbereiche im Überblick

In weiterer Folge geht es darum, zu schauen, welche Studienrichtungen überhaupt infrage kommen. Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns erstmal ansehen, was es alles gibt. Im Hinterkopf solltest du deine Stärken und Schwächen behalten und darauf basierend die Fachbereiche ansehen.

Folgende Studienfelder gibt es:

  • Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften
  • Ingenieurswissenschaften und Technik
  • Mathematik, Naturwissenschaften
  • Medizin, Gesundheitswissenschaften, Psychologie, Sport
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Informatik
  • Rechts-, Sozialwissenschaften
  • Erziehungs-, Bildungswissenschaften
  • Sprach-, Kulturwissenschaften
  • Kunst, Musik, Design und Mode
  • Lehramt und Pädagogik
  • Medien, Kommunikation & Marketing
  • Sprach und Kulturwissenschaft

Eventuell merkst du schon, welche Fächer dich mehr ansprechen und welche weniger. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Vergleiche dies mit den Ergebnissen der Tests und den Gesprächen bei Studienberatungsstellen. Wenn du ganz grob schon mal weißt, in welche Richtung es dich zieht, kannst du dich darauf fokussieren und somit deinem Ziel etwas näherkommen.

Wie viel kostet ein Studium in Österreich?

Wie hoch sind die Studienkosten in Österreich?

Die Studiengebühr in Österreich beträgt € 363,36 pro Semester. Fachhochschulen: Nahezu alle Fachhochschulen verlangen Studiengebühren. Außer: FH Joanneum, FH Burgenland, das BMLV und die FH Vorarlberg.  Universitäten: An Unis werden im Normalfall keine Studiengebühren verlangt. Jedoch gibt es hier einige Ausnahmen. Beispielsweise wenn Studierende ihre Studiendauer um zwei Semester überschreiten.

Nähere Informationen zum Thema „Studiengebühren“ findest du hier:

Studieren ohne Matura

Es ist möglich, an vielen Universitäten und Fachhochschulen auch ohne Matura zu studieren. Jedoch gibt es hierbei besondere Spielregeln. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, ohne Matura zu studieren.

- Berufsreifeprüfung
- Studienberechtigungsprüfung

Studium ohne Matura“ an der FH Burgenland – hier findest du alle Infos:

Was spricht für ein Studium?

Es geht nicht darum, was du studieren wirst, sondern was du aus deiner Studienzeit machst.

Grundsätzlich kannst du nichts falsch machen, wenn du dich für ein Studium entscheidest, anstatt arbeiten zu gehen. In der Praxis arbeiten viele Absolvent:innen bestimmter Fachgebiete dann doch in komplett anderen Bereichen. Mit einem Studium bist du breit aufgestellt und hast die Möglichkeit, in verschiedene Richtungen zu gehen. Außerdem erhöhst du deine Jobaussichten mit einem akademischen Titel. An dieser Stelle wäre auch zu erwähnen, dass es darauf ankommt, was du aus deiner Studienzeit machst. Networking, Freunde fürs Leben finden, viele Praktika machen und die Teilnahme an intensiven Projektarbeiten. All diese Erfahrungen sind ein großer Gewinn für dein weiteres Leben und öffnen dir womöglich verschiedene Türen für die Zukunft. Aus diesem Grund kann man das „Was soll ich studieren?“ auch aus dieser Perspektive sehen. Es geht nicht nur darum, was du studieren wirst, sondern wie du studieren wirst.

Ein Studium lehrt dich viele Hard und Soft Skills, die du später im Berufsleben brauchen wirst. Beispielsweise: Eigeninitiative, Selbstorganisation, Teamwork, strukturiertes Arbeiten, kritisches und eigenständiges Denken. Daher sagen wir ganz klar „ja“ zum Studieren. Du investierst mit einem Studium in dich und in deine Zukunft.

Wo sehe ich mich in der Zukunft?

Es ist wichtig zu erkennen, was dir wichtig ist im Leben. Was sind deine persönlichen Ziele? Willst du mal groß Karriere machen in einer Großstadt oder träumst du davon, deine eigene Familie zu gründen und am Land ein ruhiges Leben zu führen? Wenn du beispielsweise eine Top-Manager-Position in einem Großkonzern anstrebst, wirst du nicht viel Freizeit haben.

Und ja, es gibt sie tatsächlich, eine Journalistin, die Unternehmerin geworden ist, oder ein Lehrer, der nun als Marketing Manager arbeitet. Es muss dir klar sein, dass jeder seinen eigenen Weg geht. Jeder Lebensweg sieht anders aus. Was bei anderen funktioniert, wird bei dir vielleicht nicht funktionieren. Es gibt Menschen, die mit 25 schon fest im Leben stehen und erfolgreich sind, aber es gibt auch Menschen, die mit Anfang 40 zu studieren beginnen.

Was will ich nicht machen?

Eine große Hilfe stellt das Ausschlussverfahren dar. Mache dir Gedanken darüber, was nicht infrage kommt. Welche Schulfächer hast du geliebt und welche gehasst? Durch das Ausschließen von diversen Fächern kannst du dich immer mehr einschränken.

Was spricht gegen ein Studium?

Falls du nicht studieren möchtest, ist eine Lehre zu machen eine ausgezeichnete Option. Vor allem Berufe mit Handwerk sind sehr gefragt. Es gibt zahlreiche Unternehmen, die jungen Menschen eine Lehre bzw. Ausbildung anbieten. Selbst nach der Lehre gibt es Fortbildungsmöglichkeiten und die Weiterbildung zum Meister.

Wenn du trotz langer Recherche und diversen Bemühungen noch immer nicht weißt, was du studieren möchtest, aber dir sicher bist, dass du studieren möchtest, dann hast du noch immer die Möglichkeit, dich für ein allgemeines Studium zu entscheiden. Durch ein wirtschaftliches Studium kannst du dir unternehmerische Grundkenntnisse aneignen, die du später in verschiedensten Berufen brauchen kannst. Unternehmensfinanzierung, Rechnungswesen, Steuern, Marketing, Kommunikation sind nur ein paar Themengebiete, die du innerhalb eines Betriebswirtschaftsstudiums erlernst. Diese Kompetenzen kannst du im späteren Berufsleben sicher gut gebrauchen.

Der 5-Schritte-Guide

Stärken-Schwächen Analyse – Wo liegen deine Interessen?

Stelle Fragen an Studierende und Absolvent:innen.

Informiere dich online – Studienberatung, Foren, Bewertungen.

Webseite der Hochschulen – Hole dir alle Informationen!

Studienmessen, Karrieremessen – Nimm Teil an Events!

Du kannst nichts falsch machen!

Wie bereits erwähnt: Das Wichtigste ist, dass du am Ende des Tages glücklich bist. Sei ehrlich zu dir selbst und gehe tief in dich hinein, nimm dir alle Zeit der Welt und recherchiere ausgiebig. Gehe deinen eigenen Weg und folge nicht einem Trend oder der breiten Masse. Jeder Mensch hat ein Talent und Interessen, auch du wirst deine Leidenschaft finden (wenn das nicht schon passiert ist). Falls du trotz allem einfach nicht weißt, wohin es dich zieht, auch kein Problem, dann probiere einfach verschiedene Dinge aus, experimentiere und hab Spaß. Gehe alles entspannt an, das Leben ist viel zu kurz für Stress!

Egal ob Studium, Arbeit oder Ausbildung, folge deinem Herzen und verwirkliche deinen persönlichen Lebensweg.

Hilfreiche Quellen

Autor: Kerim Aslan, Mitarbeit: Philipp Michtner, Lektorat: Monika Lang

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