Aus alten Fußbällen wachsen Topfpflanzen
Der Kreativität sind beim Upcycling keine Grenzen gesetzt! (Bild: Pixabay / karin_van_Duke)

Upcycling: Nachhaltig schöner wohnen

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„Ich finde, dass diese alten Möbel eine eigene Atmosphäre schaffen und finde den Gedanken schön, dass bereits meine Vorfahren an dem Tisch gesessen haben, an dem wir jeden Tag gemeinsam essen“, so Michael Herglotz, Student an der WU Wien.

Mit Leidenschaft und purer Begeisterung restauriert – oder zeitgemäßer ausgedrückt – upcycelt er alte Möbelstücke aus dem Familienbesitz und lässt diese in neuem Glanz erstrahlen. Später die neu renovierten Möbel in der eigenen Wohnung zu sehen, ist für ihn ein Gefühl der Achtsamkeit und der Wertschätzung. 

Michael Herglotz: Student mit
einer Leidenschaft für Upcycling.

Upcycling? Was ist das überhaupt? 

Upcycling ist eine Möglichkeit der Verwertung von Gegenständen, die sonst vielleicht im Müll landen würden. Es handelt sich dabei um scheinbar unbrauchbare Objekte, welche jedoch mit etwas Mühe, ein wenig Zeitaufwand und durch ein paar Handgriffe zu einem einzigartigen, individuellen Stück aufgewertet werden können. „Aufwerten“ ist dabei wortwörtlich zu verstehen, denn hier unterscheidet sich Upcycling vom geläufigen Recycling, bei dem der Wert des Ausgangsmaterials sinkt. Bei Upcycling hingegen wird ein Produkt aufgewertet und damit auch der Wert gesteigert. 

Eine Reise durch die Zeit: Fast 80 Jahre später!
Links: Das Speisezimmer Michaels Urgroßeltern in den späten 1940er Jahren, Rechts: Michaels Esszimmer heute.

Wenn man bedenkt, dass in Österreich jedes Jahr mehr als 62 Millionen Tonnen Abfall (Stand: 2016) entstehen, wovon jede*r Österreicher*in pro Jahr 488 Kilogramm beiträgt, sind das erschreckende Zahlen. Doch wir alle können etwas tun, um diese schockierenden Mengen an Abfall zu reduzieren: beispielsweise indem wir Gegenstände wiederverwenden und länger im Gebrauch haben.  

Du willst aber trotzdem schön wohnen und deine (vielleicht erste) Wohnung trendgerecht einrichten? Wir haben die Lösung: Upcycling! 

Aus Alt mach Neu: Zwei von Michaels Upcycling-Projekten.
Oben: Kommode, Unten: Schreibtisch.

Nachhaltige Alternative zu Billigmöbel

„Beim Arbeiten mit den alten Möbelstücken wurde mir aber erst richtig bewusst, dass die Qualität jener Möbel auch nach 100 Jahren unschlagbar ist. Die Art, wie das Holz verarbeitet wurde und wie Einzelheiten mit Liebe zum Detail gemacht wurden, finde ich einfach schön.” Neben der Kosteneffizienz, ist für Michael auch der Nachhaltigkeitsaspekt ein Grund, etwas mehr Aufwand in das Upcycling von qualitativ hochwertigen Möbelstücken zu stecken – anstatt viel Geld in Möbel von der Stange zu investieren.  

Auch auf lange Sicht lohnt sich die Mühe: Man hat dann eben ein Unikat, welches in keinem Möbelhaus der Welt gekauft werden kann, sei es auch noch so XXL. Außerdem erfreut man sich an dem neuen Lieblingsstück noch ewig und muss dieses auch nicht so schnell wieder ersetzen.

Michaels neuestes Projekt:
Ein alter, aber qualitativ hochwertiger Schrank, in der Garage von Michaels Großeltern, wartet noch auf sein Upcycling-Makeover.

Upcycling – aber wie?

Ist dann ein Möbelstück gefunden, welches man gerne aufwerten – also upcyceln – würde, kann man sich zunächst einmal Inspiration holen. Schließlich soll das fertige Produkt ja auch mit den aktuellen Trends mithalten können! Ganz klassisch empfiehlt Michael „Pinterest“, wo man sich durch unzählige Beiträge Ideen holen kann. Weniger bekannt, dafür aber mindestens genauso informativ, sind „hand-im-glueck.de“ und „nettetips.de“.  

Für den Anfang ist es zudem empfehlenswert, sich durch YouTube-Videos entsprechendes Know-How anzueignen. Dort hat sich auch Michael mit Tutorials von Restaurator*innen Hilfestellung eingeholt und macht allen angehenden Upcycling-Anfängern Mut: „Nach einigen Versuchen funktionierte das dann auch schon ganz gut und ist mittlerweile Routine.“ 

Zur Hilfestellung für dein erstes Upcycling-Projekt haben wir eine kleine Checkliste für nützliche Utensilien zusammengestellt: 

Für speziellere Aufbereitungen werden selbstverständlich noch weitere Dinge benötigt und gerade am Anfang kann auch die Orientierung an YouTube Tutorials nützlich sein. Gerade bei den ersten Versuchen ist die Planung das A und O.  

Für handwerklich weniger Begabte, die aber dennoch an Upcycling-Gegenstände interessiert sind und auch bei Möbel Wert auf Nachhaltigkeit legen, haben wir nachfolgend ein paar Empfehlungen für trendige Upcycling-Shops in Österreich

Kellerwerk Upcyclingdesign (Wien)  

● ANNI´S ART AND LIVING (Wien)  

gabarage upcycling design (Wien & St.Pölten) 

Upgrade Möbel Upcycling (Linz)  

CHARY CHIC – Kematen (NÖ)  

skimoebel.at (Graz)  

Ob man jetzt in einem Upcycling-Shop fündig wird, oder sich doch selbst der handwerklichen Herausforderung stellt: Iin jedem Fall kann man die eigene Wohnung mit einem Unikat zieren, das sonst niemand hat! Aber auch für Inspirationen lohnt sich der Besuch von Upcycling-Läden, und ganz nebenbei kann man sich dort oft mit Designer*innen unterhalten und austauschen.  

Fazit

Vor dem nächsten Besuch beim Möbelhaus sollte man erst mal überlegen, ob sich nicht doch der ein oder andere verstaubte Schatz in der Garage versteckt und nur auf sein Upcycling-Makeover wartet! Oder einfach mal in dem etwas anderen und oft sehr sympathischen Laden „von nebenan“ stöbern, kaufen oder einfach nur Inspirationen holen.

https://www.kindersache.de/bereiche/wissen/natur-und-mensch/was-ist-upcycling

https://www.bergwelten.com/a/was-ist-upcycling-recycling-und-downcycling

https://www.global2000.at/themen/muell#:~:text=J%C3%A4hrlich%20fallen%20in%20%C3%96sterreich%20rund,Jahr%20etwa%20488%20kg%20Siedlungsabfall.

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